12:30 10 Dezember 2018
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    Eine Mittelstreckenrakete sowjetischer Produktion vor ihrer Vernichtung im Rahmen des INF-Vertrags (Archivbild)

    Stoltenberg warnt Berlin vor russischen Raketen – Presse

    © Sputnik / Anton Denissow
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    Die Aufkündigung des INF-Vertrages über das Verbot von Kurz- und Mittelstreckenraketen durch die USA wird kein neues Wettrüsten in Europa zur Folge haben. Das erklärte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg während seines jüngsten Besuchs in Berlin, wie das polnische Internetportal interia.pl berichtet.

    „Neue russische Raketen sind atomar bestückbar und können die Hauptstadt Deutschlands erreichen. Donald Trump will aus dem INF-Vertrag aussteigen, weil Russland seiner Meinung nach gegen den Vertrag verstößt“, sagte der Allianzchef am Montag.

    „Raketen dieses Typs sind mobil, schwer zu orten und können nukleare Sprengköpfe tragen… Mit der Indienststellung neuer Waffen zieht Russland den INF-Vertrag in Zweifel und macht zugleich einen nuklearen Konflikt immer wahrscheinlicher.“

    Stoltenberg erinnerte daran, dass die USA Russland rund 30 Mal Verstöße gegen den INF-Vertrag zur Last gelegt hatten, und unterstützte indirekt Pläne von US-Präsident Trump, aus dem Vertrag auszusteigen, weil Russland Raketenkomplexe 9M729 stationiert hatte.

    Der INF-Vertrag war am 8. Dezember 1987 von den damaligen Staatschefs der UdSSR und der USA, Michail Gorbatschow und Ronald Reagan, unterzeichnet worden. Darin verpflichteten sich beide Staaten, sämtliche Raketen mit mittlerer (1.000 bis 5.500 Kilometer) und kürzerer (500 bis 1.000 Kilometer) Reichweite zu vernichten und keine neuen mehr zu produzieren.

    Mehr zum Thema: Maas bezieht Stellung: „Vier Punkte für eine neue Abrüstungspolitik“

    Deutschland plädiert für die Erhaltung des Vertrages. Stoltenberg zufolge hat die Allianz keine Pläne zur Stationierung neuer atomarer Raketen in Europa.

     

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    Tags:
    Warnung, Raketen, Bedrohung, NATO, Jens Stoltenberg, Berlin, Deutschland, Russland