01:31 12 Dezember 2018
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    Jens Spahn (CDU)

    Spahn stichelt – CDU-interner Wahlkampf eröffnet

    © REUTERS / Fabrizio Bensch
    Politik
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    Armin Siebert
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    Anfang Dezember soll auf einem CDU-Parteitag ein neuer Vorsitzender der Christdemokraten gewählt werden. Während die Top-Kandidaten bereits fleißig Eigenwerbung betreiben ist nun der erste Anwärter zum Angriff auf die Konkurrenten übergegangen. Jens Spahn hat in einem Interview seine Rivalen Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer kritisiert.

    Im Dezember wird sich auf einem Parteitag in Hamburg entscheiden, wer die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Vorsitzende(r) antritt. Als aussichtsreicher Kandidat, getragen von einer breiten Medienkampagne, gilt der Finanzmanager und Anwalt Friedrich Merz. Aber auch die amtierende Generalsekretärin der CDU Annegret Kramp-Karrenbauer rechnet sich gute Chancen aus. Noch relativ zurückhaltend gab sich bisher Gesundheitsminister Jens Spahn. Nun teilt er in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gegen seine Konkurrenten aus.

    Merz „wankelmütig“

    Merz, der von 2000 bis 2002 Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU war, wird von Spahn als „wankelmütig“ bezeichnet. Spahn gilt als Kritiker einer zentralisierten EU-Verwaltung in Form eines Euro-Finanzministers oder einer europäischen Arbeitslosenversicherung. Merz hatte sich ursprünglich positiv dazu geäußert, dies aber inzwischen relativiert.

    Außerdem kritisierte Spahn, dass Merz, der die letzten Jahre in der Finanzwirtschaft tätig war, zu lange raus sei aus dem Politikgeschäft. Spahn sagt gegenüber RND:

    "Ich habe allein in den letzten zwei Jahren über 250 Termine vor Ort gemacht und mit vielen Mitgliedern und Wählern diskutiert. Ich habe mit der Partei in guten und schlechten Zeiten Wahlkampf geführt."

    Merz ist seit 2009 kein Mitglied des Bundestages mehr. Dennoch gibt es wohl innerhalb der CDU starke Unterstützung für das Politik-Comeback von Merz. Spahn bezeichnete den Unterstützerkreis für Merz, den sogenannten „Andenpakt“ nun abwertend als „Reisegruppe“.

    Kramp-Karrenbauer gegen Ehe für alle

    Auch gegen Annegret Kramp-Karrenbauer teilte Spahn aus. Besonders störe ihn die Ablehnung der Ehe für alle durch die CDU-Generalsekretärin:

    "Ich habe meinen Mann im Dezember geheiratet. Wenn nun unsere Ehe in einem Atemzug mit Inzest oder Polygamie genannt wird, trifft mich das persönlich", sagte der offen homosexuelle Politiker dem RND.

    Außerdem hält sich Spahn für geeigneter für den CDU-Vorsitz, da  er jünger ist. Es brauche einen „Generationenwechsel“ und einen „Neustart“ in der CDU, so Spahn.

    Dem Gesundheitsminister werden im Moment die geringsten Chancen bei der Wahl zum CDU-Vorsitzenden eingeräumt. Aber auch bei einer Niederlage will Spahn weiter im CDU-Vorstand bleiben: "Ich bleibe auf jeden Fall im Team, weil ich den Erfolg der CDU will.", sagte Spahn.

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    Tags:
    Wahlkampf, Parteivorsitz, Kandidatur, Bundeskanzler, CDU/CSU, CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz, Angela Merkel, Jens Spahn, Deutschland