11:24 10 Dezember 2018
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    Sebastian Kurz (Archivbild)

    Nach Spionage-Vorwürfen an Moskau: Kanzler Kurz will an gutem Verhältnis festhalten

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    Politik
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    Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich am Mittwoch erneut zum jüngsten Spionagefall zwischen Wien und Moskau geäußert. Österreich strebt laut Kurz auch weiterhin einen Dialog mit Russland an.

    Mit Russland pflege man gute Kontakte und daran werde sich auch nichts ändern. „Aber bei einem Spionageverdacht werden wir das klar kritisieren“, betonte Kurz.

    Kurz räumte zugleich jedoch ein, dass die Beziehungen zwischen der EU und Russland dadurch nicht besser würden. Doch ein langfristiger Frieden auf dem europäischen Kontinent sei nur mit und nicht gegen Russland möglich. Darum sei der Dialog mit Moskau so wichtig.

    Auf die Frage, ob Österreich russische Diplomaten ausweist, erklärte der Kanzler, dass man gegenüber der russischen Seite klar reagiert habe und auch die europäischen Partner informiert habe. Österreichische Alleingänge werde es aber nicht geben.

    Nun prüfe man, ob es sich um einen Einzeltäter oder ein Netzwerk gehandelt habe. Für Letzteres lägen keine Indizien vor.

    Die österreichischen Behörden hatten in der vergangenen Woche einen mittlerweile pensionierten Oberst des österreichischen Bundesheeres festgenommen, der über zwanzig Jahre lange für Russland spioniert haben soll.

    Der Hinweis auf den Mann war nach österreichischen Angaben von einem ausländischen Geheimdienst gekommen. Außenministerin Karin Kneissl sagte nach Bekanntwerden ihren Russland-Besuch ab. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sprach von „nicht bewiesenen Anschuldigungen“.Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen rief seinerseits dazu auf, die Situation zunächst nicht zu dramatisieren.

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    Tags:
    Skandal, Spionage, Sebastian Kurz, Russland, Österreich