05:09 11 Dezember 2018
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    Auf den Bildern - der Journalist Dschamal Chaschukdschi

    Saudi-Arabien: Fünf Tatverdächtigen droht Todesstrafe im Chaschukdschi-Mordfall

    © REUTERS / Osman Orsal
    Politik
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    Im Mordfall des oppositionellen saudischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi (Jamal Khashoggi) sind laut dem saudischen Generalstaatsanwalt Saud al-Mojeb 21 Tatverdächtige festgenommen worden.

    Wie die Agentur SPA ihn zitierte, sei derweil nur gegen elf von ihnen Anklage erhoben worden. Für fünf Tatverdächtige verlange die Staatsanwaltschaft eine Todesstrafe. Den Weiteren drohe eine Bestrafung nach der Scharia.   

    Zudem machte der Generalstaatsanwalt neue Einzelheiten des Falls publik. Unter anderem teilte er mit, dass der Leiter des Kommandos, das für die Rückkehr von Chaschukdschi in die Heimat zuständig gewesen sei, empfohlen habe, im Fall eines Fiaskos den Journalisten zu liquidieren.

    Zuvor hatte die Zeitung „Daily Mail“ unter Verweis auf die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, mitgeteilt, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wenige Stunden vor seinem Abflug nach Paris bestätigt habe, sein Land besitze nun Tonaufnahmen zum Fall Chaschukdschi und habe diese an Partnerstaaten, darunter Deutschland, geschickt.

    Der saudische Journalist Dschamal Chaschukdschi, der als Kolumnist für die US-Zeitung „The Washington Post" arbeitete und seit 2017 in den USA lebte, verschwand am 2. Oktober in der Türkei, nachdem er das Gebäude des saudi-arabischen Generalkonsulats in Istanbul betreten hatte. Am 20. Oktober bestätigte das Konsulat die Ermordung des oppositionellen Journalisten,  bestreitet aber, dass der Befehl dazu von Kronprinz Mohammed bin Salman gegeben worden sei.

    Die Staatsanwaltschaft von Istanbul gab am 31. Oktober neue Einzelheiten zum Mord am saudischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi bekannt. Chaschukdschi soll im Generalkonsulat Saudi-Arabiens in Istanbul erdrosselt und seine Leiche daraufhin zerstückelt und vernichtet worden sein.

    Chaschukdschi galt als Kritiker des saudischen Königshauses. Er kritisierte immer wieder die Politik des Kronprinzen Mohammed bin Salman, darunter die Militärintervention im Jemen und die Blockade gegen Katar.

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    Tags:
    Todesstrafe, Staatsanwaltschaft, Weißes Haus, The Washington Post, Daily Mail, saudische Agentur SPA, Sarah Sanders, Mohammed bin Salman al-Saud, Recep Tayyip Erdogan, Dschamal Chaschukdschi, USA, Türkei, Saudi-Arabien