16:09 17 Dezember 2018
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    König Salman bin Abdulaziz Al Saud und saudische Prinzen (Juni 2017)

    Nach Chaschukdschi-Mord: USA verhängen Sanktionen gegen 17 Saudis

    © AP Photo / Saudi Press Agency
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    Die USA haben Sanktionen gegen 17 Bürger Saudi-Arabiens wegen des Mordes an dem saudischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi (Jamal Kashoggi) verhängt. Das entsprechende Dokument ist auf der Webseite des Finanzministeriums der Vereinigten Staaten veröffentlicht.

    Die restriktiven Maßnahmen sollen im Rahmen des sogenannten „Magnitski-Aktes“ (Global Magnitsky Act) ergriffen sein, den die US-amerikanische Regierung gegen diejenigen einsetzt, die nach ihrer Sicht an der Menschenrechtverletzung schuld seien.    

    In die Sanktionsliste seien unter anderem der ehemalige Referent des Kronprinzen Saudi-Arabiens, Saud Al-Qahtani, und der Generalkonsul des Landes in der Türkei, Mohammad Al-Otaibi, aufgenommen worden. 

    „Die saudischen Beamten, gegen die wir heute Sanktionen verhängt haben, waren in den abscheulichen Mord an dem Dschamal Chaschukdschi involviert. Diese Menschen, die den Journalisten, der in den USA lebte und arbeitete,  absichtlich brutal ermordet haben, müssen mit den ernsthaften Konsequenzen ihrer Handlungen konfrontiert werden“, so der US-Finanzminister Steven Mnuchin. 

    Er versprach, die amerikanische Regierung würde auch weiter „sorgfältig daran arbeiten“, alle Fakten zu ermitteln und all jene zur Verantwortung zu ziehen, die sie dieses Verbrechens schuldig finden würde. „Damit die Gerechtigkeit vor der Chaschukdschis Geliebten, den Kindern und der Familie triumphiert“, fuhr Mnuchin fort.   

    Zudem habe der US-Finanzminister Riad dazu aufgerufen, Schritte zu unternehmen, um jede Verfolgung der politischen Dissidenten bzw. der Journalisten zu stoppen.

    Der Mord im Konsulat

    Der saudische Journalist Dschamal Chaschukdschi, der als Kolumnist für die US-Zeitung „The Washington Post" arbeitete und seit 2017 in den USA lebte, verschwand am 2. Oktober in der Türkei, nachdem er das Gebäude des saudi-arabischen Generalkonsulats in Istanbul betreten hatte.  Die türkischen Sicherheitsbehörden hatten behauptet, dass der Journalist in der Auslandsvertretung getötet worden war.

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    18 Tage später hatten Saudi-Arabiens Behörden über den Mord von Chaschukdschi berichtet.  Der saudische Generalstaatsanwalt, Saud al-Mujib, hatte erklärt, dass sein Tod eine Folge des Streits mit Mitarbeitern des Generalkonsulats gewesen sei. Später hatte Riad eingeräumt, dass es ein vorsätzlicher Mord sein könne. 

    Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft war Chaschukdschi durch eine tödliche Drogeninjektion getötet worden. Seine Leiche war daraufhin zerstückelt und aus dem Konsulat weggebracht worden. Im Mordfall waren 21 Menschen festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Todesstrafe für die fünf unmittelbaren Beteiligten, die anderen erwartet eine Bestrafung gemäß der Scharia.     

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    Tags:
    Sanktionen, Steven Mnuchin, Dschamal Chaschukdschi, Türkei, USA