09:21 14 Dezember 2018
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    Wenn nicht vier, so wenigstens zwei: Tokio soll Haltung zu Kurilen geändert haben

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    Bei dem Treffen in Singapur haben Wladimir Putin und Shinzo Abe vereinbart, den „Verhandlungsprozess zu den Kurilen-Inseln“ aufgrund der sowjetisch-japanischen Deklaration von 1956 zu „aktivieren“. Dies berichtet die japanische Zeitung „Asahi Shimbun“ am Donnerstag.

    Dem Blatt zufolge scheint Tokio sein Verhalten geändert zu haben und will in erster Linie die am wenigsten besiedelten zwei Inseln zurückgewinnen, die ihm gemäß der Deklaration nach der Unterzeichnung eines vollwertigen Friedensvertrages zustehen.

    Während seiner Reise nach Singapur zum Gipfel der Assoziation der Staaten Süd-Ost-Asiens (ASEAN) sei Wladimir Putin am 14. November mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe zusammengetroffen, schreibt „Asahi Shimbun“. Putin und Abe hätten das Problem des nach wie vor nicht unterzeichneten bilateralen Friedensvertrages erörtert und dem zugestimmt, dass die Arbeit an dem Abkommen, wo der Stein des Anstoßes die Kurilen-Inseln seien, zu beschleunigen sei.

    „Ich teile voll und ganz das Bestreben des Präsidenten, dieses Problem, das bereits über 70 Jahre nach dem Ende des Krieges ohne Lösung bleibt, zu klären und diese Frage nicht auf die Schultern der neuen Generation abzuwälzen“, erklärte Abe gegenüber den Journalisten nach dem Treffen mit Putin.

    Wie das Blatt betont, bitten die japanischen Behörden Russland bereits seit langem, vier Inseln – Habomai, Shikotan (Schikotan), Etorofu (Iturup) und Kunashiri (Kunaschir) – zurückzugeben, die nach Tokios Ansicht die UdSSR am Ende des Zweiten Weltkrieges besetzt hätte. Im Jahr 1956 erzielten die Länder ein Abkommen über die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen, in dessen Rahmen Russland nach dem Abschluss eines vollwertigen Friedensvertrages Japan zwei Inseln – Habomai und Shikotan (Schikotan) – zurückgeben sollte.

    „Putin und Abe haben vereinbart, dass Russland und Japan den Verhandlungsprozess zur Problematik des Friedensvertrages auf der Basis der sowjetisch-japanischen Deklaration von 1956 aktivieren werden“, unterstrich der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow.

    Der Zeitung zufolge hat die Abe-Administration höchstwahrscheinlich ihr Herangehen an die Verhandlungen mit Russland etwas geändert und beschlossen, sich darauf zu konzentrieren, in erster Linie die Kontrolle über Habomai und Shikotan zu bekommen.

    „Auf Kunashiri und Etorofu leben viele Menschen, daher wird Russland diese zwei Inseln nie zurückgeben“, äußerte ein hochrangiger Mitarbeiter der Administration des japanischen Premiers.

    Während des Treffens haben der russische Präsident und der japanische Premierminister vereinbart, dass Abe Anfang nächsten Jahres zu weiteren Verhandlungen nach Russland kommen werde. Putin und Abe planen zudem, am Rande des G20-Gipfels zusammenzutreffen, der vom 30. November bis 1. Dezember in Argentinien stattfinden wird.

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    aktivieren, Verhandlungsprozess, Friedensvertrag, zurückgewinnen, ASEAN, Zeitung Asahi Shimbun, Dmitri Peskow, Wladimir Putin, Shinzo Abe, Kunaschir, Iturup, Schikotan, Habomai, Kurilen, Tokio, Japan