13:52 14 Dezember 2018
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    Ein jordanischer Soldat an der Grenze zu Syrien, jenseits der Grenze liegt das Flüchtlingslager Rukban (altes Foto).

    Sterbende Flüchtlinge auf US-Terrain – General fühlt sich an KZ erinnert

    © AP Photo / Raad Adayleh, File
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    Humanitäres Desaster im syrischen Flüchtlingscamp Rukban: Nach russischen Angaben sterben Menschen, die dort gehalten werden, in Dutzenden an Krankheiten, weil ihnen die medizinische Behandlung verwehrt bleibt. Ein General vergleicht Rukban mit einem KZ-Lager aus der NS-Zeit und macht die USA dafür verantwortlich.

    Rukban liegt im äußersten Südosten Syriens an der Grenze zu Jordanien, nicht weit vom umstrittenen US-Militärstützpunkt at-Tanf. Das Gebiet wird von US-unterstützten Rebellen kontrolliert. Zehntausenden Menschen, die in dem Lager leben, mangelt es dringend an Lebensmitteln und Medikamenten.

    Asylbewerber in Athen, September 2017
    © AFP 2018 / LOUISA GOULIAMAKI

    Die hygienischen Bedingungen in dem Flüchtlingslager seien „katastrophal“, konstatierte Sergej Grabtschak vom russischen Verteidigungsministerium am Freitag in einer syrisch-russischen Sitzung  zur Lage der Flüchtlinge in Syrien.

    Der Mangel an Medikamenten habe eine hohe Sterblichkeit zur Folge, jederzeit könnten Seuchen ausbrechen. „Allein im letzten Monat sind in Rukban mehr als 100 Menschen gestorben“.

    Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind in Rukban rund 50.000 Menschen untergebracht, darunter etwa 6000 Kämpfer der US-kontrollierten Rebellengruppe Maghawir al-Thawra.

    „Wie in einem NS-Lager“

    Generaloberst Michail Misinzew, Chef des Nationalen Verteidigungszentrums, das alle russischen Streitkräfte koordiniert, machte die USA, die die Gegend indirekt kontrollieren, für das Desaster in Rukban verantwortlich.

    „Die Lage der Lagerbewohner erinnert stark an die Konzentrationslager aus dem Zweiten Weltkrieg, die eigentlich schon längst Geschichte hätten sein müssen. Wie ist das denn möglich in der Welt von heute?“, fragte der General während der Sitzung.

    Nach seiner Einschätzung wird die „humanitäre Katastrophe Rukban, wo die Einwohner im Grunde als Geiseln behandelt werden, von der Weltgemeinschaft verschwiegen“.

    Flüchtlinge endlich heimlassen

    Die Zustände in Rukban nannte General Misinzew eine „Barbarei“ und forderte die Vereinten Nationen zum Durchgreifen auf. Die einzige Lösung sieht er in einem Rückzug der USA aus dem Gebiet, damit die Flüchtlinge Rukban endlich verlassen und in ihre Häuser zurückkehren könnten.

    Hummer und anderes Kriegsgerät unweit von Deir ez-Zor
    © Foto : Russisches Verteidigungsmiisterium via Facebook

    Die Vereinigten Staaten  sollen „die illegale Okkupation der 55-Kilometer-Zone  um at-Tanf unverzüglich beenden“, forderte der General. „Die Organisation der Vereinten Nationen muss diesen Prozess schnellstens in die Wege leiten.“

    Die Darstellung aus Washington, dass die US-loyalen Rebellen in der Region gegen die Terrormiliz  IS kämpften, wies der hohe russische Militär zurück: „Im Süden Syriens gibt es keinen IS mehr.“

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