03:39 11 Dezember 2018
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    Angela Merkel stellt sich in Chemnitz den Fragen der Bürger

    „Politischer Blitzableiter“ – Politologe kommentiert Merkels Rede in Chemnitz

    © AFP 2018 / Kay Nietfeld
    Politik
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Fehler der deutschen Regierung in der Migrationspolitik laut dem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Zentrums für europäische Studien der IMEMO an der Russischen Akademie der Wissenschaften, Wladimir Olentschenko, eingesehen, um es dem neuen Parteichef zu ermöglichen, „sich frei zu fühlen“.

    In einem Gespräch mit dem russischen TV-Sender RT hat der Experte daran erinnert, dass Merkel 2021 für das Kanzleramt nicht kandidieren werde, und auch nicht beabsichtige, sich erneut als CDU-Vorsitzende zur Wahl zu stellen.

    „Merkel hat angekündigt, dass sie keine Anwartschaft auf den Posten der Parteichefin erheben werde, was dem neuen Parteichef die Möglichkeit gibt, sich frei zu fühlen. Das heißt, sie bekenne die Schuld für die Probleme, die zum Niedergang der Autorität der CDU und CSU geführt haben. Und ich denke, dass ihre Reise nach Chemnitz eine Art politische Reue ist, ein politischer Blitzableiter“, sagte Olentschenko.

    Der Politologe hat ebenso erläutert, dass die Bundeskanzlerin die Verantwortung für die Unruhen in Chemnitz und für die Migrationspolitik im Allgemeinen auf sich genommen habe, um auf diese Weise das Problem mit der Wählerschaft zu lösen.

    „Die Wähler werden keine Kritik mehr an der Partei üben. All dies wird sich auf Merkel selbst konzentrieren, die zurücktritt“, schloss der Experte.

    Am Freitag hatte sich Merkel in Chemnitz Fragen der Bürger gestellt. Der Besuch der Bundeskanzlerin sorgte für Diskussionen: Viele fragten sich, warum Merkel erst drei Monate nach dem Mord an einem Deutschen mit Migrationshintergrund gekommen sei.

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    Tags:
    Wähler, Verantwortung, Angela Merkel, Chemnitz