11:25 10 Dezember 2018
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    Zerstörte ukrainische Militärtechnik (Archivbild)

    Ukrainischer General warnt vor „großem Krieg“ mit Russland

    © Sputnik / Sergej Awerin
    Politik
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    Die Zuspitzung der Situation im Asowschen Meer kann zu einem großangelegten Krieg zwischen Russland und der Ukraine führen. Davor warnte der ehemalige stellvertretende Chef des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte Igor Romanenko im Gespräch mit der Zeitung „Apostrof“.

    Romanenko kommentierte gegenüber dem Blatt die Aussage des russischen Politikers Franz Klinzewitsch, dass Russland für ukrainische Schiffe den Weg im Asowschen Meer sperren könnte.

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    Laut dem General führt eine Sperre des Asowschen Meeres durch Russland für die Ukraine zu weiteren internationalen Sanktionen und milliardenschweren Verlusten des Kremls.

    Im Allgemeinen glaubt Romanenko, dass das Asowsche Meer zu einem dritten Kriegsherd nach der Krim und dem Donbass werden und zu einem großen Konflikt mit Russland führen könnte.

    Seiner Meinung nach wäre ein militärischer Konflikt mit Moskau für Kiew jedoch unzweckmäßig. Denn die Ukraine sei nicht in der Lage, angemessen auf die angenommenen Handlungen Russlands in einem solchen Fall zu reagieren.

    „Ist ein militärisches Szenario in Asow möglich? Kaum. Vielleich wird die Blockade von Schiffen im Asowschen Meer weitergeführt werden. Wir haben gewisse Stärken, aber sie haben mehr. Wir werden nicht antworten können. In diesem Fall muss man die Situation verschärfen und in einen großen Krieg verwandeln, aber der ist für die Ukraine derzeit unzweckmäßig“, zitiert „Apostrof“ den General.

    Romanenko fügte hinzu, die westlichen Verbündeten Kiews würden keine Truppen zur Unterstützung der Ukraine schicken, da sie den Ausbruch eines dritten Weltkrieges befürchten würden.

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    Deswegen sei die einzige Hilfe, auf die sich Kiew verlassen könne, diplomatischer und wirtschaftlicher Art. Dazu zählten auch die Sanktionen gegen Russland, die allerdings nach Ansicht von Romanenko nicht streng genug sind.

    „Die Sanktionen gegen Russland sind mit den Sanktionen Reagans gegen die Sowjetunion nicht vergleichbar, weil die Finanzen und die Energie nicht betroffen sind und der Kreml immer noch wesentliche Ressourcen hat“, heißt es im Artikel.

    In den letzten Monaten wurde das flache Asowsche Meer nordöstlich der Krim, ein Nebenmeer des Schwarzen Meeres, zu einem weiteren Schauplatz des Konflikts der Nachbarländer. Im März brachte die Ukraine den russischen Fischkutter „Nord“ auf. Im August wurde in Cherson das russische Tankschiff „Mechanik Pogodin“ festgehalten.

    Moskau hatte die Handlungen Kiews als „Seeterrorismus“ bezeichnet. Die russische Regierung hatte als Antwortmaßnahme die Grenzinspektion im russischen Teil des Asowschen Meeres intensiviert. Daraufhin hatte die ukrainische Grenzwache erklärt, dass Russland mit einer „harten Politik der Aufbringung und Durchsuchung von Schiffen begonnen“ hätte.

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    Russland hat über die Meerenge von Kertsch Zufahrt zum Asowschen Meer. Kiew wirft dem Kreml schikanöse Kontrollen von Schiffen vor, die ukrainische Häfen wie Mariupol oder Berdjansk anlaufen würden. Beide Seiten haben ihre Marinepräsenz in dem Seegebiet verstärkt. Zudem bekundete Kiew die Absicht, einen Marinestützpunkt im Asowschen Meer einzurichten.

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    Tags:
    Militärkonflikt, Krieg, Nachrichtenportal Apostroph, Igor Romanenko, Asowsches Meer, Russland, Ukraine