08:35 17 Dezember 2018
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    Griechens ehemaliger Finanzminister Yanis Varoufakis (Archiv)

    Als Spitzenkandidat zur Europawahl: Varoufakis plant Kandidatur in Deutschland

    © AP Photo / Alessandra Tarantino
    Politik
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    Marcel Joppa
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    Griechenlands ehemaliger Finanzminister Yanis Varoufakis will offenbar in Deutschland zur Europawahl antreten. Als Spitzenkandidat des Bündnisses „Demokratie in Europa“ plant er laut Medienberichten, im kommenden Mai in der Bundesrepublik zu kandidieren. Beobachter sprechen von einer kleinen Sensation.

    Yanis Varoufakis will laut Medienberichten bei den Europawahlen im kommenden Mai in Deutschland kandidieren. Seinen Wahlantritt plant der frühere griechische Finanzminister demnach für die Liste „Demokratie in Europa“, einem Bündnis des deutschen „Wahlflügels“ seiner europaweiten Bewegung DiEM25 und der Kleinpartei „Demokratie in Bewegung“.

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    Erster Stimmungstest verlief positiv

    Offiziell bestätigt werden sollen die Kandidaten von „Demokratie in Europa“ auf einer Konferenz am kommenden Wochenende in Berlin. Von den rund 8.200 deutschen DiEM25-Mitgliedern hatte sich Varoufakis bereits in einer Vorwahl gestellt. Dabei erzielte der 57-jährige Wirtschaftsprofessor mit 82 Prozent das mit Abstand beste Ergebnis aller Bewerber.

    Varoufakis selbst wollte sich bisher zu seiner Kandidatur noch nicht öffentlich äußern. Da es sich bisher nur um ein „internes Stimmungsbild“ handele, will sich der Finanzexperte nach eigenen Aussagen erst nach der Wahl in Berlin der Öffentlichkeit präsentieren. Für den kommenden Sonntag ist laut der „taz“ eine Pressekonferenz in der Bundeshauptstadt geplant.

    Konkurrenz für Bundestagsparteien?

    Da es bei der Europawahl eine 5-Prozent-Hürde gibt, hätte sein Bündnis mit Varoufakis an der Spitze laut Beobachtern eine reelle Chance auf den Einzug. Damit würde er in einer Reihe mit den übrigen deutschen Bewerbern nach Brüssel ziehen. Dies sind aller Voraussicht nach Manfred Weber für die Union, Katarina Barley für die SPD, die FDP-Kandidatin Nicola Beer und Ska Keller von den Grünen.

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    Die Linke in Deutschland gab sich zum Wahlantritt von Varoufakis enttäuscht. Die Bundesvorsitzende Katja Kipping erklärte, sie hätte für einen gemeinsamen Wahlantritt linker Kräfte in Europa geworben, dafür sei der ehemalige griechische Finanzminister aber nicht zu gewinnen gewesen. Die deutsche Linkspartei zieht mit einem Spitzenduo in den Europawahlkampf: Der 43-jährige Berliner Politikwissenschaftler Martin Schirdewan und die 34-jährige Kölner Politologin Özlem Demirel.

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    Tags:
    Demokratie, Wahl, Kandidat, FDP, SPD, Yanis Varoufakis, Europa, Deutschland