11:34 10 Dezember 2018
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    Interpol-Chef gewählt: Kreml beklagt US-Druck

    © AFP 2018 / ROSLAN RAHMAN
    Politik
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    Der Pressesprecher des russischen Präsidenten Dmitri Peskow hat Bedauern geäußert, dass der russische General Alexander Prokoptschuk nicht zum Chef der Interpol gewählt wurde. Eine Reihe von Erklärungen zeuge davon, dass der Druck recht stark gewesen sei.

    „Ehrlich gesagt verfüge ich über keine Informationen darüber, wie die Wahlen durchgeführt wurden. Doch Wahlen sind Wahlen, die Wahlen haben stattgefunden, bis dato weiß ich nichts von irgendwelchen Faktoren, die zur Diskussion über ihre Legitimität führen könnten. Das heißt, dass es in diesem Fall nur Wahlen und ihr Ergebnis gibt“, sagte Peskow vor Journalisten, indem er die Frage beantwortete, ob nach seiner Meinung der Druck der USA nicht die Wahlen des Interpol-Chefs beeinflusst hätte.

    „Es ist natürlich schade für uns, dass nicht unser Kandidat gesiegt hat. Auf der anderen Seite aber, wenn man sich eine Reihe von Erklärungen aus einigen Ländern am Vorabend der Wahlen anschaut, wird klar, dass eindeutig ein starker Druck ausgeübt worden ist, das ist offensichtlich“, betonte er.

    Angesichts ihrer Anti-Russland-Politik hätten sich die USA in die Wahlen des Interpol-Chefs eingemischt, wobei sie die Teilnehmer-Länder der Organisation bearbeitet hätten, sagte der erste Vizechef des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des Föderationsrates (Oberhaus des russischen Parlaments), General des FSB, Wladimir Dschabarow.

    „Heute wurde während einer Abstimmung der neue Interpol-Präsident gewählt – es ist der Vertreter von Südkorea, Kim Jong Yang, geworden“, heißt es auf dem Twitter der Organisation. Dabei waren zuvor die USA, die Ukraine  und Litauen gegen den russischen Kandidaten Alexander Prokoptschuk aufgetreten.

    „Formell  sind die Wahlen des Interpolchefs geheim, aber dass ein Druck und eine Bearbeitung der Teilnehmerländer vorhanden waren, steht außer Zweifel. Die USA mischen sich frech in die Wahlen des Präsidenten dieser internationalen Struktur ein“, so Dschabarow.

    Er betonte zudem, dass das Amt des Interpol-Präsidenten einen technischen Charakter trage. „Die Geheimdienste und die Sicherheitskräfte eines Landes bitten ein anderes Land, Gesetzesbrecher auszuliefern, die Organisation selbst kann jedoch niemanden verhaften“, erläuterte der Senator.

    Zuvor hatten zwei Demokraten und zwei Republikaner den US-Präsidenten, Donald Trump, und die Mitglieder dieser internationalen kriminalpolizeilichen Organisation in einem offenen Brief dazu aufgerufen, die Wahl des russischen Interpol-Vizepräsidenten zum Organisationschef zu verhindern. Mit der Ernennung eines Russen in dieses hohe Amt würde man „einen Fuchs in den Hühnerstall lassen“.

    „Dabei handelt es sich sehr wohl um eine Einmischung in den Wahlprozess. Wie könnte man das anders beurteilen?“, äußerte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag. Den Brief der US-Abgeordneten, über den Moskau aus Medienberichten erfahren habe, könne man als „Druck“ bezeichnen.

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    Tags:
    Einmischung, Druck, Wahlen, FSB, Kreml, Föderationsrat, Interpol, Kim Jong-yang, Alexander Prokoptschuk, Wladimir Dschabarow, Dmitri Peskow, Südkorea, Litauen, USA, Russland, Ukraine