12:38 10 Dezember 2018
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    OPCW-Hauptstandort in Den Haag

    Russland will 1.000 Giftstoffe verbieten lassen, die USA nur zwei

    © AP Photo / Peter Dejong
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    Russland plant, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) über die Arbeit westlicher Länder an Giftstoffen der „Nowitschok“-Familie zu informieren. Das teilte Viktor Cholstow vom Industrie- und Handelsministerium Russlands nach Angaben der Internetzeitung „Vzglyad“ (vz.ru) am Mittwoch mit.

    In dieser Woche werde Russland dem technischen OPCW-Sekretariat „entsprechende Ergänzungen“ vorlegen, die die Geschichte des Problems, darunter auch „Nowitschok“-Aktivitäten westlicher Länder, enthielten. Cholstow zufolge waren in den 1980er Jahren in den USA zahlreiche Nervenkampfstoffe patentiert worden.

    „Moskau hat alle Beweise dafür, dass die USA alle unter dem Namen ‚Nowitschok‘ bekannten Nervenkampfstoffe produziert hatten.“ „Die entsprechenden Patente galten bis Ende der 1990er Jahre – bis zum Abschluss der Arbeit an der Konvention (zum Verbot chemischer Waffen – Anm. d. Red.) und der Erstellung einer Liste verbotener Stoffe“, sagte der Experte vor der Presse.

    Es geht hierbei um rund 400 Chemikalien, die Russland zur Konvention vorschlägt, sowie um weitere 600 Stoffe – insgesamt knapp 1.000 Bezeichnungen. Indes schlagen die USA, Kanada und die Niederlande vor, nur zwei Giftstoffe verbieten zu lassen.

    Mehr zum Thema: Syrien warnt den Westen: Politisieren der OPCW gefährlich

    Zuvor hatte die OPCW entgegen Protesten Russlands die Bildung einer Expertengruppe gebilligt, die die Schuldigen am Einsatz chemischer Waffen alleine bestimmen wird. Darauf schloss der Botschafter Russlands bei der OPCW, Alexander Schulgin, einen Ausstieg Moskaus aus der Organisation nicht mehr aus.

     

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    Tags:
    Vorschlag, Verbot, Giftstoffe, Organisation für ein Verbot chemischer Waffen (OPCW), Viktor Cholstow, Alexander Schulgin, USA, Russland