08:48 14 Dezember 2018
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    Russische Truppen bei der Parade zum Siegestag auf dem Militärstützpunkt Hmeimim in Syrien (Archivbild)

    Wieder eine Finte? US-Regierung bestätigt Moskaus Recht auf Syrien-Präsenz

    © Sputnik / Dmitrij Winogradow
    Politik
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    Spätestens seit der Aufteilung Syriens in Einflusszonen ist es für Trump zu gefährlich, mit den anderen Konfliktparteien über eine gemeinsame Lösung in dem Land auch nur zu sprechen. Das würde er innenpolitisch nicht überleben, schreibt das Portal „Swobodnaja Pressa“. Will die US-Regierung sich deshalb jetzt ernsthaft aus Syrien zurückziehen?

    Syrien ist in drei Teile aufgespalten worden – inoffiziell natürlich, aber der Status quo spricht für sich, so „Swobodnaja Pressa“: Russland hat für Assad den Süd- und Mittelteil Syriens zurückerobert. Der Norden ist an die US-geführten Kurden gegangen. Die Türken herrschen in Idlib und, bis auf wenige Ortschaften, in Nord-Aleppo. Außerdem kontrollieren irakische Kräfte einige Grenzgebiete im Osten des Landes – und die Hisbollah beherrscht nahezu die gesamte Grenze zum Libanon.

    Diese Spaltung zu überwinden, wird zunehmend schwieriger. Selbst die einheimische Bevölkerung fasst die eigenen, jeweils in anderen „Einflusszonen“ lebenden Mitbürger immer mehr als Fremde auf. Ja, durch die Intervention ausländischer Kräfte in Syrien wurde der Islamische Staat zwar bekämpft, doch die Einheit des Landes ist dadurch in weite Ferne gerückt.

    Eben deshalb werden immer wieder Rufe nach dem Abzug ausländischer Truppen aus Syrien laut. Aber so, wie das US-Außenministerium diese Forderung kürzlich formuliert hat, hätte man es nicht einmal von Moskau erwartet.

    James Jeffrey, der Sonderbevollmächtigte des US-Außenministeriums für Syrien, hat laut dem Portal erklärt, der Iran müsse den Anfang machen und Syrien als erster verlassen. Alle Anderen – einschließlich den USA – würden ihm dann folgen.

    Und: Es gebe keinen Grund, das Gleiche auch von Moskau zu verlangen, weil Russland nämlich ein Anrecht darauf habe, in Syrien präsent zu sein, so das US-Außenministerium laut dem Portal. Schließlich habe es vor dem Krieg schon einen russischen Stützpunkt in Syrien gegeben.

    Überhaupt: Die USA hätten gar nicht vor, Russland in Syrien irgendwie zu behindern – Hauptsache, Moskau mache seinen Einfluss auf Damaskus geltend. Washington seien jetzt andere Ziele wichtiger: Den Iran zurückzudrängen, habe seit dem Amtsantritt Donald Trumps absoluten Vorrang gegenüber anderen Aufgaben.

    Das vom Syrien-Beauftragten des US-Außenministeriums zu hören, ist schon ein dickes Ding – oder? Insider aus dem russischen Militär erklären allerdings, US-Vertreter und Geheimdienstmitarbeiter hätten schon vor einem halben Jahr Informationen über einen angeblich baldigen Rückzug der Amerikaner aus Syrien verbreitet.

    Sie hätten sogar mit russischer Vermittlung Kontakte zur syrischen Regierung aufgenommen, um mögliche Optionen eines Rückzugs abzustimmen, doch die vorgeschlagenen Bedingungen seien inakzeptabel gewesen.

    Jeffreys Erklärung sei, so die Insider laut dem Portal, nur eine Fortsetzung dieser Bemühungen. Es handelt sich demnach nur um den Versuch, einen Keil zwischen Russland und den Iran zu schlagen – nach dem Motto: Vielleicht ist Russland einfach kriegsmüde, gibt deshalb nach und drängt die Iraner zum Abzug?

    Wird diese Rechnung aufgehen? Kaum. Denn erstens wollen weder Teheran noch Damaskus, dass die iranischen Truppen Syrien verlassen. Zweitens würde der Abzug der Iraner höchstwahrscheinlich dazu führen, dass in Syrien von neuem der Bürgerkrieg ausbricht. Und drittens: Angenommen, der iranische Abzug fände statt: Wer garantiert, dass Washington keinen Anlass findet, doch in Syrien zu bleiben?

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    Tags:
    Truppenentsendung, Rechtfertigung, Recht, Bestätigung, Truppenabzug, Kurden, US-State Department, US-Außenministerium, Manbidsch, Hmeimim, Kurdistan, Libanon, Syrien, USA, Russland