20:54 16 Dezember 2018
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    Pristina, Kosovo (Archivbild)

    Streit-Eskalation auf dem Balkan: Moskau wirft Kosovo Beginn eines Handelskrieges vor

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    Politik
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    Russland hat die Einführung von 100-prozentigen Zöllen auf Waren aus Serbien und Bosnien-Herzegowina durch Kosovo als Beginn eines Handelskriegs auf dem Balkan verurteilt. Damit hat Pristina das Unvermögen der ‚kosovarischen Staatlichkeit‘ wieder einmal unter Beweis gestellt, verlautete aus dem russischen Außenministerium am Donnerstag.

    „Es geht faktisch um den Beginn eines Handelskrieges durch Pristina im Geiste der Politik ethnischer Säuberungen“, teilte das russische Außenministerium mit und betonte dabei, dass die serbische Bevölkerung der Region in vielem von den Lieferungen aus Zentralserbien abhängt. 

    Die Zölle würden außerdem das Abkommen der Länder Mittel- und Südosteuropas über den freien Warenaustausch (Freihandelsabkommen CEFTA) verletzen.

    Dieser Schritt der kosovarischen Regierung ist russischen Diplomaten zufolge mit den gescheiterten Bemühungen Kosovos um eine Aufnahme in die internationale Polizeibehörde Interpol verbunden: Bei dem Votum am Dienstag hatte Pristina nicht die erforderlichen Stimmen erhalten.

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    „Diese Provokation Pristinas ist ein weiterer eindeutiger Beweis für das Unvermögen der ‚kosovarischen Staatlichkeit‘“, so das russische Ministerium. Moskau rief außerdem die EU als Vermittler im Streit zwischen Belgrad und Pristina auf, auf Kosovo Einfluss zu nehmen und  eine unverzügliche Abschaffung „dieser rechtswidrigen Entscheidung“ auszuhandeln, die die Lage auf dem Balkan nur weiter zuspitzen könnte. 

    Russland verwies außerdem auf die zurückhaltende und ausgewogene Position Belgrads zu der Maßnahme: Wie der serbische Präsident Aleksandar Vucic am Dienstag sagte, wird Serbien keine Gegenmaßnahmen treffen. 

    Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat Pristina bereits aufgerufen, die Zölle abzuschaffen. 

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    Tags:
    Zölle, Waren, Handelskrieg, Zuspitzung, Konflikt, Interpol, EU, Kosovo, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Russland