14:21 14 Dezember 2018
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    US-Unternehmer William Browder (Archivbild)

    Browder bittet Kanada um Ausschluss Russlands aus Interpol

    © AP Photo / Remy de la Mauviniere
    Politik
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    Der frühere Hedgefonds-Manager und US-Geschäftsmann mit britischem Pass, William Browder, hat die kanadischen Politiker aufgefordert, eine zeitweilige Ausschließung Russlands aus der Interpol durchzusetzen. Darüber berichtet der kanadische TV-Sender CBC.

    „Ich sage dem kanadischen Parlament und der Regierung, dass Kanada ab sofort die Führungsrolle bei den Bemühungen übernehmen soll, um die Tätigkeit Russlands im Interpol-System auszusetzen, so wie es vor den Olympischen Winterspielen gesperrt worden war“, äußerte Browder bei einer Telefonkonferenz mit dem Ausschuss für gesellschaftliche und nationale Sicherheit des kanadischen Parlaments. Moskau verletze regelmäßig die Regeln dieser Internationalen polizeilichen Organisation, fügte er hinzu.         

    Der Fonds-Manager William Browder ist der Gründer des US-Fonds Hermitage Capital und der frühere Arbeitgeber von Sergej Magnitski, der den Fonds rechtlich vertreten hatte. Dessen Tod in einer Moskauer Untersuchungshaft hatte für eine breite öffentliche Resonanz gesorgt.    

    Browder war von 1995 bis 2007 einer der größten ausländischen Investoren in Russland. Später wurde er wegen Steuerhinterziehung angeklagt und 2013 von einem Moskauer Gericht in Abwesenheit zu einer neunjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Zudem stellte das Gericht fest, dass Magnitski ein Steuerhinterziehungsschema im Interesse von Browder entwickelt habe. Dabei habe der Anwalt über die in der russischen Teilrepublik Kalmykien registrierten und vom Hermitage Capital verwalteten Firmen gehandelt. 

    Russland hatte Browder in eine Interpol-Datenbank eingetragen, um einen Haftbefehl für ihn zu beantragen.

    Am Montag hatte die russische Staatsanwaltschaft erklärt, dass Sergej Magnitski sowie andere mutmaßliche Mittäter von Browder durch den Einsatz von „Sabotagechemikalien mit Aluminiumverbindungen“ getötet worden sein könnten. Dies sei vor allem für Browder selbst von Vorteil gewesen, wie die Behörde betonte.

    Gegen den Geschäftsmann ist nun ein neues Verfahren wegen der Schaffung einer kriminellen Vereinigung eingeleitet worden. 

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    Tags:
    Interpol, Sergej Magnitski, William Browder, Russland