01:14 12 Dezember 2018
SNA Radio
    Tomahawk-Raketen auf einem Kriegsschiff

    Experte: „Unkontrolliertes atomares Wettrüsten rückt immer näher“

    CC BY-SA 4.0 / Steven Fine / eigenes Werk (cropped)
    Politik
    Zum Kurzlink
    23437

    Die Entwicklung um den INF-Vertrag über das Verbot von Raketen mittlerer und kürzerer Reichweite und um Drohungen der USA, aus dem Vertrag auszusteigen, machen den Beginn eines unkontrollierten atomaren Wettrüstens immer wahrscheinlicher. Diese Ansicht vertrat Joseph Gerson von der Kampagne für friedliche Abrüstung und allgemeine Sicherheit.

    „In dieser Situation sollten die beiden Seiten (Russland und USA – Anm. d. Red.) den politischen Willen an den Tag legen und Verhandlungen aufnehmen“, sagte der Experte am Freitag in Brüssel.

    Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump mitgeteilt, dass die USA aus dem INF-Vertrag aussteigen und ihr nukleares Potential aufstocken werden. Die Ankündigung gelte vor allem China und Russland, hatte Trump gesagt. Die russische Regierung versprach Gegenmaßnahmen.

    „Wir kennen die Reaktion Russlands auf die immer aggressiver werdende Politik der USA, die ihren Ursprung im Grunde genommen im Vorstoß von Präsident (Bill) Clinton hat, die NATO zu erweitern. In letzter Zeit gipfelte sie in Trumps Drohungen, den INF-Vertrag zu kippen“, fuhr Gerson fort.

    Mehr zum Thema: INF-Vertrag: Neun frühere SPD-Chefs warnen vor atomarem Aufrüsten

    Dem Experten zufolge prüft jetzt eine gemischte Kommission, ob die Stationierung einer US-Raketenabwehr in Rumänien gegen den INF-Vertrag verstößt.

    Die mögliche Aufkündigung des INF-Vertrages, mit dessen Abschluss im Jahr 1987 der Kalte Krieg zu Ende gegangen sei, und ein mögliches Auslaufen des START-Vertrages könnten eine äußerst gefährliche Phase eines unaufhaltsamen atomaren Wettrüstens einleiten, sagte Gerson.

    Moskau und Washington werfen in den letzten Jahren gegenseitig Verstöße gegen den INF-Vertrag vor. Russland erklärte mehrmals, dass Moskau den Vertrag strikt einhält.

    Mehr zum Thema: US-Ausstieg aus INF-Vertrag: Schoigu warnt vor schweren Folgen für Europa

    Russland bemängelt, dass die USA in Rumänien ein Raketenabwehrsystem aufgestellt haben, das verhältnismäßig schnell auf den Einsatz von Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk umgestellt werden könnte, was aber vom Vertrag verboten ist. Russland macht auch darauf aufmerksam, dass die USA Angriffsdrohnen entwickeln und Forschungen zur Entwicklung eines bodengestützten Marschflugkörpers finanzieren.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Beginn, Warnung, Wettrüsten, Kampagne für friedliche Abrüstung und allgemeine Sicherheit, Joseph Gerson, USA, Russland