11:15 11 Dezember 2018
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    Kosovo-Spezialeinheiten (Archivbild)

    „Ethnische Säuberung“: Moskau verurteilt Sondereinsatz im Kosovo

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    Politik
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    Moskau verurteilt entschieden die Invasion der Kosovo-Spezialkräfte in den von Serben bewohnten Teil von Kosovska Mitrovica. Wie es am Freitag im Außenministerium Russlands hieß, handelt es sich um eine weitere Provokation von Pristina, wohingegen der Westen faktisch keine Reaktion auf eine neue Verschärfung der Situation zeige.

    Mitglieder der Spezialeinheit ROSU des Kosovo-Innenministeriums hatten am Freitag im nördlichen Teil der Stadt Kosovska Mitrovica (Nordkosovo) vier Serben festgenommen. Zuvor hatte die Regierung in Pristina beschlossen, Zölle auf alle serbischen Waren um 100 Prozent zu erhöhen. Darauf nahmen sich die hiesigen Serben vor, am Freitag friedliche Protestaktionen durchzuführen.

    „Wir betrachten die Invasion der Kosovo-albanischen Spezialkräfte in den von Serben bewohnten Teil von Kosovska Mitrovica am Morgen des 23. November als eine weitere Provokation von Pristina, die darauf abzielt, die Kosovo-Serben aus dieser Region zu vertreiben. Pristina setzt offenbar den Kurs auf ethnische Säuberungen und das Anzetteln eines ‚Handelskrieges‘ auf dem Balkan fort. Dieser steht im Zeichen der Entscheidung der Kosovo-‚Regierung‘ vom 22. November, serbische Waren, darunter Lebensmittel, Medikamente, Druckerzeugnisse etc., mit einem 100-Prozent-Zoll zu belegen.

    Diese Maßnahmen bedeuten vor allem einen Schlag gegen die in der Region lebenden Serben. Das Kalkül dahinter: Unerträgliche Lebensbedingungen für sie in ihrem Heimatbereich schaffen“, heißt es in einem Kommentar des russischen Außenministeriums.

    „Wir verurteilen entschieden das Drehen der Konfliktspirale durch Pristina“, unterstreicht das Außenamt.

    Moskau ist außerdem befremdet darüber, dass die internationale Kosovo-Truppe (KFOR), die sich auf ein Mandat des UN-Sicherheitsrates stützt, sich faktisch von der Regelung dieser Situation fernhält.

    „Es entsteht der Eindruck, als die Europäische Union und die USA, die jahrelang die Kosovaren begönnert haben, entweder nicht imstande sind, sie in Schach zu halten, oder sie begünstigen ihre aggressive Linie. Vor diesem Hintergrund betrachten wir die Position der Führung Serbiens, die Bemühungen für einen Abbau der Spannungen unternimmt, als besonders wichtig“, wird unterstrichen.

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    Tags:
    Handelskrieg, Zölle, ethnische Säuberungen, UN-Sicherheitsrat, EU, Außenministerium, USA, Balkan, Russland, Serbien, Kosovo