08:29 10 Dezember 2018
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    Lothar de Maizière (Archivbild)

    Letzter DDR-Regierungschef Lothar de Maizière über „Chinas große Leistung“ - EXKLUSIV

    © AFP 2018 / DPA/ Gregor Fischer
    Politik
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    Alexander Boos
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    Internationale China-Expertinnen und Sinologen diskutieren am Donnerstag in Berlin über die Wirtschaftsmacht China. Lothar de Maizière, der letzte Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), sagt dort: „Ich bin sehr oft in China.“ Im Sputnik-Interview erklärt er, welche großen Leistungen das chinesische Volk vollbracht hat.

    „Der Titel (der Veranstaltung, Anm. d. Red.) hat mich bewogen, herzukommen“, sagte Lothar de Maizière (78), der letzte Ministerpräsident der DDR, im Sputnik-Interview vor Ort im Gebäude der Berliner „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ am Donnerstagabend. „Weil ich das nur begrenzt so wahrnehme, wie hier (China, Anm. d. Red.) von den sachkundigen Leuten dargestellt wurde.“

    Sputnik berichtete vor Ort von der Podiums-Diskussion am vergangenen Donnerstag. Sie trug den Titel: „Schottet sich China wieder ab? Eine Bestandsaufnahme 40 Jahre nach Beginn der Reform- und Öffnungspolitik“ und wurde organisiert von besagter Stiftung, gemeinschaftlich mit Herausgebern des „Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung“, Forschern der Universität Köln sowie dem „Berliner Kolleg Kalter Krieg“. Lothar De Maiziere war als Besucher vor Ort.

    Der Ex-DDR-Regierungschef, der den „Zwei-plus-Vier-Vertrag“ 1990 unterzeichnet hatte, fand die Podiums-Diskussion „zu intellektuell“. Das konkretisierte er gegenüber Sputnik. Die Veranstaltung „war etwas abgehoben“, sagte er. „Das war abgehoben von der Lebensrealität der  durchschnittlichen Chinesen. Aber das haben Wissenschaftler manchmal so an sich.“

    Der demokratisch gewählte DDR-Regierungschef, der letztmalig dieses Amt bekleidete, erklärte zuvor auf der Veranstaltung, die „Lebensqualität, insbesondere der Arbeitsmarkt und das Gehaltsgefüge“, habe sich in der Volksrepublik China in den letzten Jahrzehnten „sehr stark verbessert“. Das Pro-Kopf-Einkommen der chinesischen Bevölkerung sei „enorm gewachsen“, der Zugang zu sehr schnellem Internet, die High-Tech-Industrie — all das seien „große Leistungen“ des chinesischen Volkes.

    Professor Felix Wemheuer, Lehrstuhlinhaber für China-Studien an der Kölner Universität, führte moderierend durch den Abend. Neben ihm saßen die Sinologinnen Mechthild Leutner (FU Berlin), Kristin Shi-Kupfer (Mercator Institute for China Studies, Berlin), Isabella Marie Weber (University of London) sowie Susanne Weigelin-Schwiedrzik (Universität zu Wien). Viele der referierenden Expertinnen lebten und forschten jahrelang selbst im „Reich der Mitte“. 

    Das Interview mit Ex-DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière im Feature zum Nachhören:

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    Tags:
    Regierungschef, Leistungen, Wirtschaft, Interview, CDU, SED, Lothar de Maizière, Xi Jinping, Ostdeutschland, BRD, DDR, Deutschland, China