20:18 16 Dezember 2018
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    Hungersnot in der Ukraine in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts (Symbolbild)

    Moskau: Hungersnot in UdSSR war kein „Genozid“ an Ukrainern

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    Die Versuche, den Großhunger in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts als „Genozid“ an dem ukrainischen Volk darzustellen, haben laut dem russischen Außenministerium nichts mit den historischen Tatsachen zu tun. Viele Völker, die in der Sowjetunion gelebt hatten, waren ebenfalls schwer betroffen, heißt es in der Mitteilung des Außenamts.

    In der Ukraine wird diese Zeit als „Holodomor“ bezeichnet und oft als vorsätzliches Aushungern der ukrainischen Bevölkerung durch Joseph Stalin dargestellt.

    Der Hunger sei eine gemeinsame Tragödie der Russen, der Ukrainer, der Kasachen und der anderen Völker gewesen, heißt es in der in dem russischen sozialen Netzwerk VKontakte veröffentlichten Mitteilung des Außenministeriums. Zudem habe sich der Großhunger als die größte humanitäre Katastrophe auf dem Territorium der UdSSR erwiesen.   

    „Die Versuche, diese tragischen Ereignisse ausschließlich als einen ˏGenozidˊ am ukrainischen Volk darzustellen, haben weder etwas mit der Wiederherstellung der Gerechtigkeit noch mit den historischen Tatsachen zu tun. Sie sind rein politisierter und wissenschaftsfeindlicher Natur“, heißt es weiter in der Erklärung des Außenministeriums.   

    Zudem werden die Angaben über den Bevölkerungsrückgang anhand eines Vergleichs der Volkszählung in den Jahren 1926 und 1937 angeführt.  Demnach soll die Abnahme der Bevölkerung so ausgesehen haben:

    In Kasachstan verringerte sich die Bevölkerung um 30,9 Prozent;

    in den Gebieten am Unter- und Mittellauf der Wolga um 23 Prozent;

    in der Ukraine um 20,5 Prozent;

    im Nordkaukasus um 20,4 Prozent.

    Der Massenhunger von 1932-1933 hatte alle führenden Getreideregionen der UdSSR – die Ukraine, den Nordkaukasus, die Gebiete am Unter- und Mittellauf der Wolga, einen bedeutenden Teil des zentralen Schwarzerdegebietes, Kasachstan, Westsibirien und den Südural erfasst. Laut unterschiedlichen Angaben starben sieben bis acht Millionen Menschen an Hunger, darunter drei bis 3,5 Millionen in der Ukraine, zwei Millionen in Kasachstan und Kirgistan sowie zwei bis 2,5 Millionen in der Russischen Föderation.

    >> Weitere Sputnik-Artikel: Hungersnot Anfang der 30er Jahre: US-Senat erkennt „Genozid“ gegen Ukrainer an

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    Tags:
    Hunger, Genozid, Kasachstan, Nordkaukasus, Sowjetunion, Ukraine