09:40 14 Dezember 2018
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    Schiffe der ukrainischen Marine, die bei Kertsch festgenommen wurden

    Eskalation von Kertsch mit den Augen eines BILD-Redakteurs

    © Sputnik / Pressedienst des Grenzschutzamtes des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB
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    Eskalation bei Kertsch (53)
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    Die Meldungen zur Situation in der Straße von Kertsch haben nicht nur in Russland und der Ukraine am Sonntagabend für Aufregung gesorgt. Noch ist unklar, welche Folgen das Eindringen der ukrainischen Schiffe in russisches Gebiet haben wird, doch BILD-Redakteur Julian Röpcke hat den Schuldigen bereits ausgemacht und fordert Sanktionen.

    Während andere zwar Aufklärung fordern, aber mit Schuldzuweisungen im Allgemeinen vorsichtig agieren, steht für BILD-Redakteur Julian Röpcke der Bösewicht schnell fest. Schon dem Retweet der Sputnik-Eilmeldung hängt er den Hashtag #PutinAtWar, also “Putin im Krieg” an.

    Wenig später fragt sich Röpcke, wie lange die Welt sich noch die “illegale Blockade des Asowschen Meeres“ von Russland gefallen lassen wolle.  Dass es ukrainische Schiffe waren, die gegen das Seerechtsabkommen der Vereinten Nationen verstoßen haben, interessiert den engagierten BILD-Redakteur offenbar wenig.

    Zitiert wird, wessen Meinung in die Linie passt. In diesem Fall der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses Norbert Röttgen (CDU), der schreibt: „Diese Eskalation ist Beweis dafür, dass Russland kein Interesse an einem Ergebnis der Verhandlungen mit der Ukraine zu haben scheint.“

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    Genauso wenig scheint Röpcke sich daran zu stören, dass es der ukrainische Sicherheits- und Verteidigungsrat war, der beschlossen hat, für 60 Tage den Kriegszustand zu verhängen. Nein, in der schwarz-weißen Welt eines BILD-Redakteurs kann es nur Russland sein, das den Krieg lostritt.

    Als Beweis für die russische Aggression zieht er das Video heran, das ein russisches Schiff zeigt, wie es eines der drei widerrechtlich in russisches Gebiet eingedrungenen ukrainischen Schiffe zu stoppen versucht.

    Die “Freie Welt” werde sich in den nächsten Tagen und Wochen an ihren Handlungen messen lassen müssen, verkündet Röpcke bedeutungsschwanger, und fordert – Überraschung – Sanktionen gegen Russland. Dazu retweetet er den ukrainischen Außenminister und übernimmt gleich mal seinen Hashtag. In Klimkins Tweet heißt es:

    „Neuer Akt der russischen Aggression auf die Ukraine nach einer Reihe von beispiellosen Provokationen. Dieses Mal in internationalen Gewässern des Schwarzen Meeres. Russland greift nicht nur uns an, es fordert die ganze Welt heraus. Jetzt ist der Krieg mit Russland auf unserem Territorium und darüber hinaus. Zusammenarbeiten, um die russische Aggression abzuwehren!“

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Westen soll Kiew zur Vernunft bringen – Lawrow<<<

    Wie der BILD-Redakteur mit Einschätzungen umgeht, die von seiner eigenen Haltung abweichen, zeigt er am Montagmorgen mit diesem Tweet.

    Bravo, Herr Röpcke, so geht Journalismus!

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    Tags:
    Grenze, Schiffe, Konflikt, Reaktion, Bild, Julian Röpcke, Kertsch, Russland, Ukraine