16:04 10 Dezember 2018
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    Straße von Kertsch (Symbolbild)Bundesaußenminister Heiko Maas (Archiv)

    Maas: Berlin und Paris können Vermittler-Rolle im Kertsch-Konflikt übernehmen

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    Die Entwicklung um das Asowsche Meer sei außenordentlich besorgniserregend. „Deshalb rufen wir erstmal alle Beteiligten zur größtmöglichen Zurückhaltung auf. Das Recht auf freie Durchfahrt muss dort gewährleistet bleiben“, erklärte Bundesaußenminister Heiko Maas am Montag bei einer Pressekonferenz in Madrid.

    Es sei unakzeptabel, dass Russland die Durchfahrt (durch die Meerenge von Kertsch) zeitweise blockiert habe.  „Heute treffen sich im Auswärtigen Amt in Berlin die politischen Direktoren im Normandie-Format. Das heißt, wir und unsere französischen Kollegen werden die Russen und die Ukrainer am heutigen Tag an einem Tisch haben.“

    Bei diesem Treffen werde unter anderem die Krise am Asowschen Meer besprochen. „Wir werden dort auch beiden Seiten deutlich machen, dass wir sie zur größtmöglicher Zurückhaltung auffordern, aber auch gemeinsam versuchen, wenn notwendig auch als Vermittler darauf hinzuwirken, dass aus diesem Konflikt eben keine schwere Krise wird“, betonte Maas.

    Drei ukrainische Marineschiffe wollten am frühen Sonntagmorgen ins Asowsche Meer fahren, ohne dass die Durchfahrt über die Meerenge von Kertsch zuvor beim russischen Grenzschutz angemeldet wurde. Die Schiffe mit abgeschalteten Transpondern drangen unerlaubt in das russische Territorialgebiet und reagierten nicht auf Warnungen der russischen Seite, dass sie die Staatsgrenze verletzt hatten.

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    Moskau bezeichnete dies als einen Verstoß gegen das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen und gegen bilaterale Vereinbarungen zwischen den beiden Ländern. Zuvor hatte Kiew sich an diese Regeln gehalten und sich über das Einlaufen ukrainischer Schiffe ins Asowsche Meer mit den russischen Seebehörden verständigt.

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    © Sputnik / Pressedienst des Grenzschutzamtes des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB

    Am Montagnachmittag informierte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Telefongespräch über die „grobe Aggression Russlands gegen die Ukraine im Raum der Meerenge von Kertsch“ und über die Verhängung des Kriegsrechts in der Ukraine.

    Merkel äußerte Besorgnis über die Eskalation der russischen Aggression unter Einsatz von Waffen und sagte, sie werde alles im Interesse einer Deeskalation tun.

    Poroschenko wies darauf hin, dass die aggressiven Handlungen Russlands unannehmbar sind. Er rief ferner die internationale Öffentlichkeit auf, den Druck auf Moskau zu verstärken, damit die festgehaltenen Matrosen freigelassen und die gekaperten Schiffe der Ukraine zurückgegeben werden.

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    Vermittlerrolle, Angebot, Konflikt, Heiko Maas, Meerenge von Kertsch, Deutschland, Russland, Ukraine