14:15 14 Dezember 2018
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    Der selbsternannte demokratische Sozialist Bernie Sanders (l.)

    „Berni Sanders for President“ – Will der linke Demokrat erneut kandidieren?

    © AP Photo / Charles Krupa
    Politik
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    Marcel Joppa
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    Der selbsternannte demokratische Sozialist Bernie Sanders will immer noch hoch hinaus: Der 77-Jährige liebäugelt mit einer erneuten Präsidentschaftskandidatur. Bei den Wahlen 2020 wolle er jedoch nur seinen Hut in den Ring werfen, wenn er der „beste Herausforderer“ von Donald Trump sei. Auch legte Sanders seinen Plan für die kommenden Jahre vor.

    Er wolle „wahrscheinlich kandidieren“, so der parteilose Senator Bernie Sanders, der im US-Senat der Fraktion der Demokraten angehört. Gegenüber dem Magazin „New York“ sagte der 77-Jährige, er könne sich eine Präsidentschaftskandidatur gegen Amtsinhaber Donald Trump aber nur dann vorstellen, wenn er von allen demokratischen Kandidaten der beste Herausforderer sei, um Trump 2020 zu schlagen.

    2020 ist nicht 2016…

    Sanders ist vor allem bei jungen US-Amerikanern äußerst beliebt. Der Senator aus dem Bundesstaat Vermont war im Rennen um einen demokratischen Präsidentschaftskandidaten 2016 am Ende der früheren Außenministerin Hillary Clinton unterlegen. Zahlreiche Anhänger von Sanders sind davon überzeugt, der linke Politiker hätte Trump – im Gegensatz zu Clinton – bei der Wahl besiegt.

    Wichtigsten Ziel: Trump muss weg

    Und auch jetzt greift Sanders den amtierenden Präsidenten immer wieder scharf an. Gegenüber Medienvertretern betonte er:

    "Ich bin nicht einer dieser Söhne von Multimillionären, deren Eltern ihnen gesagt haben, dass sie Präsident der Vereinigten Staaten werden. Ich wache nicht morgens mit dem brennenden Verlangen auf, Präsident zu werden."

    Sollte sich ein besserer Kandidat für 2020 finden, dann werde er sich ins Zeug legen, damit dieser gewählt werde, so Sanders. Sollte er sich aber als bester Kandidat erweisen, würde er "wahrscheinlich" antreten.

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    Zwei Jahre im Widerstand…

    Sanders veröffentlichte jüngst ein Buch mit dem Titel „"Where do we go from here: Two years in resistance" — "Wie es nach zwei Jahren im Widerstand weitergeht". Darin schildert der Senator, wie sehr seine anfangs belächelte "Revolution" schon jetzt die Demokratische Partei verändert habe. Zwei seiner wichtigsten Forderungen wurden mittlerweile übernommen: Ein steuerfinanzierter Krankenversicherungsschutz für alle Amerikaner und die Abschaffung der Studiengebühren an staatlichen Universitäten. Beides galt vor Sanders als "Sozialismus pur".

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    Weitere zentrale Forderungen in dem Buch sind ein Mindestlohn von 15 US-Dollar pro Stunde, umgerechnet rund 13 Euro, außerdem gleiche Löhne für Frauen und Männer:

    "Es gibt heute Zigmillionen Arbeiter, die ihre Familien mit einem Stundenlohn um die zehn Dollar nicht ernähren können. 30 Millionen haben keine Krankenversicherung und viele können sich die verschriebenen Medikamente nicht leisten."

    Es sei nun Zeit aufzustehen, so Sanders in seinem Schlusskapitel. Man müsse die Fundamente der Demokratie vor einem rassistischen, sexistischen und autoritären Präsidenten Trump schützen.

    Pro und Contra…

    Tatsächlich fühlt sich Sanders nach den jüngsten Kongresswahlen gestärkt: Mit großer Mehrheit wurde er für eine dritte Amtszeit von weiteren sechs Jahren als unabhängiger Senator von Vermont wiedergewählt. Dennoch wäre der Politiker 2020 bereits 79 Jahre alt. Auch wird es bei den kommenden Wahlen vermutlich deutlich mehr demokratische Kandidaten geben als 2016. Sicher scheint im Moment nur eins: Ob als Kandidat oder Unterstützer, auf Sanders politisches Gewicht werden die Demokraten sicher nicht verzichten können.

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    Tags:
    Elite, Präsidentschaft, Wahl, Donald Trump, Bernie Sanders, USA