16:00 17 Dezember 2018
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    Russlands Präsident Wladimir Putin

    Putin äußert sich erstmals zu Eskalation von Kertsch

    © Sputnik / Grigorij Sysoew
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    Eskalation bei Kertsch (53)
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    Vor einigen Tagen ist es in der Straße von Kertsch zu einer Eskalation gekommen. Die russische Küstenwache musste mehrere ukrainische Boote wegen Grenzverletzung festsetzen. Nun hat sich erstmals der russische Präsident Wladimir Putin zu der Provokation geäußert.

    Wie der russische Präsident hervorhebt, ist diese Provokation von der ukrainischen Führung im Vorfeld der Wahlen in der Ukraine organisiert worden.

    Wegen seiner miserablen Umfragewerte brauche Poroschenko Hindernisse für die Konkurrenten aus der Opposition. Die bewusste Eskalation ist somit laut Putin ein Mittel eines „unsauberen Spiels der Kiewer Machthaber mit dem Ziel der Unterdrückung politischer Gegner” gewesen.

    „Was die Vorfälle im Schwarzen Meer betrifft, war das natürlich eine Provokation. Eine Provokation, die von der derzeitigen Regierung am Vorabend der Präsidentschaftswahlen in der Ukraine im März nächsten Jahres organisiert wurde. Das Rating des derzeitigen Präsidenten liegt, wenn ich mich nicht irre, irgendwo an fünfter Stelle. Es ist möglich, dass (Poroschenko) nicht einmal in den zweiten Wahlgang kommen wird, und deshalb musste (von der ukrainischen Regierung) etwas getan werden, um die Situation zu eskalieren und unüberwindbare Hindernisse für seine Konkurrenten zu schaffen, vor allem für die Opposition“, erklärte der russische Präsident.

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    Der russische Grenzdienst habe dabei während der Provokation alles getan, um die Eskalation zu vermeiden, jedoch hätten die Besatzungen der ukrainischen Marineboote jeden Kontakt einfach ignoriert, so Putin. Daraufhin hätten die Schiffe des russischen Grenzschutzes all ihre Pflichten erfüllt – die Staatsgrenzen Russlands geschützt.

    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko trifft sich in Kiew mit Armeespitze (Archivbild)
    © Sputnik / Presseamt des ukrainischen Präsidenten
    Die anschließende Verhängung des Kriegsrechtes von der Poroschenko-Regierung sei dabei unverhältnismäßig, schließlich habe die Ukraine noch nicht einmal nach der Angliederung der Krim an die Russische Föderation oder während des Konfliktes im Donbass das Kriegsrecht ausgerufen.

    Die ukrainische Provokation in der Straße von Kertsch sei aber im Vergleich dazu nur ein kleiner Vorfall gewesen.

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    Insgesamt weise der Zwischenfall im Schwarzen Meer somit alle Anzeichen einer im Voraus geplanten und vorbereiteten Provokation vor.

    Die Provokation ist laut Putin nur ein Vorwand gewesen, um das Kriegsrecht in der Ukraine auszurufen.

    „Es gibt klare Anzeichen einer im Voraus vorbereiteten Provokation, die als Vorwand für die Einführung des Kriegsrechts im Land dienen sollte. Es hatte nichts mit Versuchen zu tun, die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine zu regulieren. Das war ein Spiel auf Eskalation“, sagte Putin wörtlich.

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    Dennoch, für den russischen Präsidenten seien das russische und das ukrainische Volk weiterhin „Brüdervölker” und werden dies immer bleiben. Der „politische Schaum” werde vergehen.

    Putin zeigte sich in diesem Zusammenhang zuversichtlich, dass das ukrainische Volk eines Tages seine gegenwärtige Regierung beurteilen werden – wie dies mittlerweile auch das georgische Volk getan habe. Damit spielte der russische Präsident auf die Tatsache an, dass der ehemalige georgische Präsident Micheil Saakaschwili zwar einst Georgien in einen Konflikt mit Russland führte, nun liegt jedoch gegen ihn in Georgien selbst ein Haftbefehl vor, in dem ihm Amtsmissbrauch während seiner Zeit als Präsident vorgeworfen wird.

     

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