07:56 17 Dezember 2018
SNA Radio
    KFOR-Soldaten (Archiv)

    Auf wessen Seite spielt eigentlich Nato-Mission im Kosovo?

    © AFP 2018 / Armend NIMANI
    Politik
    Zum Kurzlink
    209123

    Die Nato-Mission im Kosovo, deren Aufgabe die Aufrechterhaltung von Frieden und Ordnung in dieser Region ist, hat schon öfter ihre politische Voreingenommenheit und Verbindung mit den Behörden in Pristina gezeigt.

    Die KFOR-Soldaten schützen nicht die Serben im Kosovo und unterstützen die Albaner bei der rechtswidrigen Etablierung ihrer eigenen Streitkräfte und bei der Eroberung des „serbischen“ Nordens des nur teilweise anerkannten Staates. Was müsste aber Serbien tun, um seine Landsleute im Kosovo zu schützen und die Gerechtigkeit dort voranzubringen?

    Am 27. November haben die KFOR-Kräfte im Kosovo auf ihrer Facebook-Seite eine Übung im Norden der Region angekündigt. In dem Beitrag wurde behauptet, dass die Truppen im Norden Kosovos „in Übereinstimmung mit dem KFOR-Mandat und mit der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrats“ befördert werden. Die erwähnte Resolution garantiert die Souveränität und territoriale Integrität Serbiens bei gleichzeitiger Autonomie Kosovos und Metochiens. Die Nato-Vertreter behaupten, es würde sich dabei „um übliche Trainingsaktivitäten“ handeln, „die mit keiner konkreten Gefahr verbunden“ seien: „Die KFOR-Mission schützt alle Kosovo-Einwohner.“

    KFOR-Sprecher Vincenzo Grasso behauptete in diesem Zusammenhang, das Ziel dieser Übung sei, die Anwesenheit der Mission „bedeutender zu machen“. Nach seinen Worten geht es auch „nicht um irgendwelche militärischen Aktivitäten“. 

    Allerdings führt der Vorsitzende des Eurasischen Sicherheitsforums, Generalmajor a.D. Mitar Kovac, die Intensivierung des KFOR-Vorgehens auf die Ereignisse der letzten Woche im Kosovo zurück: „Die Einführung der 100-prozentigen Importzölle für Waren aus Serbien und Bosnien-Herzegowina ist nur der formelle Grund für die Anspannung der Situation. Meines Erachtens ist das der Beginn einer geplanten Eskalation, die Pristina braucht, um den Norden Kosovos unter seine Kontrolle zu nehmen“, sagte er gegenüber Sputnik.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Kosovo will 300 Millionen Euro für Aufrüstung ausgeben<<<

    Zugleich vermutete Kovac, dass die KFOR-Mission nicht ganz neutral sei und die Interessen einer Bevölkerungsgruppe im Kosovo zugunsten der anderen Gruppe vernachlässige. „Ich will jetzt der Mission nicht eine offene Verbindung mit den provisorischen Behörden in Pristina vorwerfen, aber sie tauscht mit ihnen definitiv Informationen aus. Indem diese Kräfte die Infrastruktur im Norden Kosovos unter ihre Kontrolle nehmen, behindern sie die Selbstorganisation der Serben, damit sie künftigen Invasionen der Sicherheitskräfte des so genannten Kosovos nicht widerstehen könnten“, so Kovac.

    Damit meinte er den Angriff der kosovarischen Spezialkräfte ROSU auf den nördlichen Teil von Kosovska-Mitrovica am vergangenen Freitag, als die Albaner gegen 04.00 Uhr morgens in viele Wohnhäuser von Serben eindrangen und diese festnahmen – angeblich im Rahmen der Ermittlung des Mordes an dem serbisch-kosovarischen Politiker Oliver Ivanovic.

    Nach Auffassung von Kovac stimmt diese ROSU-Aktion durchaus mit diesem Schema überein, und die Leichtigkeit, mit der die kosovarischen bewaffneten Strukturen in den Norden der Region eindringen konnten, könnte ein Beweis für ihre Kooperation mit der KFOR-Mission sein.

    „Die umstrittenen Festnahmen, mit denen die Invasion der kosovarischen Spezialkräfte endete, zeugen davon, dass das Szenario der Kriminalisierung Kosovos zwecks Rechtfertigung dieser Aktionen zur Eroberung dieser Territorien ins Leben umgesetzt wird. Es geht nicht um Kontrolle im klassischen militärischen Sinne, sondern um Kontrolle über Kommunikationen und serbische Städte und Dörfer“, präzisierte der Experte.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: „Ethnische Säuberung“: Moskau verurteilt Sondereinsatz im Kosovo<<<

    Nach seiner Meinung hat die Nato ihre Voreingenommenheit im Kosovo und in Metochien schon längst bewiesen. Obwohl die KFOR-Mission den kosovarischen Sicherheitskräften keine logistische Unterstützung leisten dürfe, weil das der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrats unmittelbar widersprechen würde, sei offensichtlich, dass Vertreter einzelner Länder, die die Unabhängigkeit Kosovos unterstützen, nach dem Abzug der Mission ihre Technik Pristina überlassen werden, so Kovac.

    „Die Nato bemüht sich schon seit sechs oder sieben Jahren unverhohlen um das Projekt der künftigen kosovarischen Armee und um die Ausbildung ihres Personals. Außerdem leistet sie mit ihren ‚Spenden‘ einen großen Beitrag zur technischen bzw. materiellen Basis der kosovarischen Sicherheitskräfte“, erläuterte er.

    Nach seinen Worten haben die Serben im Kosovo immer weniger Vertrauen zur KFOR-Mission, denn sie spüren schon seit den Pogromen im März 2004 keine Entschlossenheit der Nato-Vertreter zu ihrer Verteidigung. (Diese Massenunruhen betrachtet man in Belgrad als ethnische Säuberung. Damals wurden mehr als 900 serbische Häuser und mehr als 20 Kirchen und Klöster zerstört. Zwischen 16 und 19 Menschen kamen damals ums Leben. Die KFOR-Mission, die im Kosovo seit 1999 stationiert ist, konnte diese „Kosovarische Kristallnacht“ nicht verhindern.) 

    Der serbische Experte schlussfolgerte, dass Belgrad weise vorgehen sollte: keine Feindseligkeit gegenüber den Nato-Kräften zeigen und versuchen, diese Schlacht „auf einem anderen Feld zu gewinnen“. „Man muss mit politischen Mitteln die Fraglichkeit des Nato-Mandats im Kosovo beweisen, damit andere Vertreter der Weltgemeinschaft dort hinkommen, die ebenfalls stark genug und dabei keine Mitglieder der Allianz sind. Solche Friedenskräfte wären viel objektiver und effizienter für die Friedens- und Stabilitätsunterhaltung im Kosovo und in Metochien“, betonte Kovac.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Kriminalität, Unterstützung, Spezialkräfte, NATO, KFOR, Kosovo