22:45 09 Dezember 2018
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    Angela Merkel (CDU)

    Medien: Merkel verpasst G20-Start wegen Komplett-Ausfall des Funksystems

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    Politik
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    Bundeskanzlerin Merkel wird wegen eines Defekts am Regierungsflugzeug "Konrad Adenauer" den Auftakt des G20-Gipfels in Buenos Aires verpassen. Die Panne war nach SPIEGEL-Informationen gravierender als zunächst vermutet.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel wird wegen eines technischen Defekts an dem Regierungsflugzeug "Konrad Adenauer" den Auftakt des G20-Gipfels im argentinischen Buenos Aires verpassen.

    Wie Matthias Gebauer, Chefreporter von SPIEGEL ONLINE, berichtet, war die Panne dramatischer als bisher bekannt: Eine Stunde nach dem Start in Berlin war bei dem A340 der Luftwaffe das komplette Kommunikationssystem mit dem Boden ausgefallen. Ein solcher Vorfall gilt in der Luftfahrt als gefährlicher Notfall. Deswegen entschlossen sich die Piloten sofort, den Flug nach Argentinien abzubrechen. Zu dem Zeitpunkt befand sich die Maschine im Luftraum über den Niederlanden.

    Nur mit einem Satellitentelefon an Bord gelang es der Crew des Regierungsfliegers, Kontakt zur Flugleitstelle aufzunehmen und die Landung auf dem Flughafen in Köln-Bonn zu planen. Ein solcher Ausfall der kompletten Kommunikationsanlage, die durch mehrere Ersatz-Systeme abgesichert ist, kommt extrem selten vor. Der Grund des Ausfalls war bis zum späten Donnerstagabend unklar, hieß es in Bundeswehr-Kreisen.

    Auf die erste Panne folgten weitere

    Nach dieser ersten Panne sorgten dann gleich mehrere Faktoren dafür, dass Merkel nicht mehr rechtzeitig zum Auftakt des G20-Gipfels reisen kann, heißt es beim SPIEGEL ONLINE.

    Zwar steht für die Kanzlerin und den Bundespräsidenten routinemäßig eine Ersatzmaschine für den Fall von technischen Pannen zur Verfügung. Dieser Jet stand zur Zeit der Funkpanne jedoch in Berlin — und nicht in Köln. Ein Flug nach Berlin ohne Funkkontakt zum Boden erschien den Piloten zu gefährlich.

    Als der A340 schließlich Köln anflog, gab es eine weitere unglückliche Panne. Da auf dem Flughafen derzeit gebaut wird, war zu dem Zeitpunkt nur die kürzere der Landebahnen verfügbar. Deswegen musste das Langstreckenflugzeug sehr schnell abbremsen. Weil es seit Berlin erst wenig Kerosin verbraucht hatte und im Anflug auf Köln nicht ausreichend Treibstoff ablassen konnte, war sein Landegewicht noch hoch. Die Folge: Das Bremssystem erhitzte sich sehr stark — und die Feuerwehr musste anrücken.

    Die Gesamtsituation war nach SPIEGEL-Informationen so brenzlig, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen schon nach dem Komplettausfall der Funkanlage informiert wurde. Über mehrere Stunden versuchte sie unter anderem bei europäischen Partner-Nationen, eine Ersatzmaschine für die Kanzlerin zu organisieren. Allerdings sind Langstreckenjets mit einer VIP-Ausstattung in der EU Mangelware.

    Merkel verbrachte die Nacht nun in einem Bonner Hotel. Dort sagte sie über den Zwischenfall: "Ich kann nach den Ereignissen sagen, es gab eine ernsthafte Störung." Glücklicherweise sei an Bord eine exzellente Crew gewesen und der erfahrenste Kapitän der Flugbereitschaft.
    Merkel soll nun am frühen Freitagmorgen mit einem anderen Flugzeug der Luftwaffe von Köln nach Madrid gebracht werden. Von dort fliegt sie dann gegen 9 Uhr mit einem Linienflug von Iberia nach Buenos Aires — kommt aber erst gegen 17.55 Uhr Ortszeit dort an.

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    G20, Angela Merkel, Deutschland