01:53 12 Dezember 2018
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    Bloomberg: Russischer Rubel tappt in „geopolitische Falle“

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    Politik
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    Die russische Nationalwährung sinkt gegenüber dem Dollar und dem Euro und weist nach dem jüngsten Kertsch-Vorfall die schlimmste Kursdynamik unter den Nationalwährungen der Schwellenmärkte auf. Darüber berichtet die US-Nachrichtenagentur Bloomberg.

    Der russische Rubel könne zum Monatsende zum zweiten Mal in Folge im Minus landen, so die Experten. Die pessimistische Stimmung der Investoren habe sich unter anderem verstärkt, als das Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des US-Staatschefs Donald Trump am Rande des G2-Gipfels in Argentinien abgesagt wurde.

    „Am Monatsende ist die Landeswährung erneut in eine Falle geopolitischer Unannehmlichkeiten im Zusammenhang mit dem Kertsch-Vorfall geraten“, zitiert die Agentur Andrej Kotschetkow, den Analysten der Aktiengesellschaft „Otkrytije Broker“. „Alle positiven Trends von Anfang November, als die kurzfristigen Risiken der externen Beschränkungen erheblich abnahmen, sind praktisch gleich Null, was den Rubel zu einer der schwächsten Währungen in den Schwellenländern macht“, so der Experte.

    Das Anlagevermögen der Schwellenländer würde billiger in Erwartung der Verhandlungen des US-Präsidenten Trump und des chinesischen Staatschefs Xi Jinping, heißt es in dem Artikel. Zudem könnte der Ölpreis in der nächsten Woche, also vor dem OPEC-Treffen, auf ein Rekordtief in den letzten zehn Jahren fallen.

    Am 22. November hatte Bloomberg den Rubel erneut als risikoreichste Währung in der Welt eingestuft. Vorher hatte als solche die türkische Lira gegolten, jedoch hatte sie sich im Zuge einer ernsthaften Krise wegen Unstimmigkeiten zwischen Ankara und Washington wieder verstärkt. Der Streit endete nämlich damit, dass die US-Einschränkungen gegenüber der Türkei aufgehoben wurden und die türkische Zentralbank den Leitzins auf 24 Prozent erhöht hatte.

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    Zuvor war berichtet worden, dass die Schiffe der ukrainischen Marine „Berdjansk“, „Nikipol“ und „Jany Kapu“ am 25. November Russlands Staatsgrenze überquert und dadurch gegen das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen verstoßen hatten. Die ukrainischen Schiffe fuhren in das zeitweilig geschlossene Gebiet der russischen Hoheitsgewässer ein, führten dort stundenlang gefährliche Manöver aus und widersetzten sich allen Forderungen der russischen Küstenwache.

    Nach Angaben der russischen Sicherheitsbehörde FSB wurden die ukrainischen Schiffe – zwei gepanzerte Kanonenboote und ein Schlepper – mit insgesamt 25 Mann an Bord im Schwarzen Meer von Spezialkräften festgesetzt. Bei der Operation seien Waffen eingesetzt worden. Drei ukrainische Matrosen seien dabei verletzt worden.

    Kiew hatte die Handlungen Russlands als „Akt der militärischen Aggression“ bezeichnet. In mehreren Gebieten des Landes, die an Russland und Transnistrien grenzen, wurde der Kriegszustand verhängt.

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    Tags:
    Rubel, OPEC, Wladimir Putin, Türkei, USA, Russland