01:54 16 Dezember 2018
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    Russlands Präsident Wladimir Putin gibt Pressekonferenz nach G20-Gipfel in Buenos Aires

    Putin bei G20: „US-U-Boot in unserem Stützpunkt? - Unmöglich“

    © REUTERS / Marcos Brindicci
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    Wladimir Putin hat es zum Abschluss des G20-Gipfels in Argentinien mit einem Scherz versucht. Auf der abschließenden Pressekonferenz in Buenos Aires wurde der russische Präsident um eine Stellungnahme zum neuen amerikanischen Action-Thriller „Hunter Killer“ gebeten.

    Weil der Kremlchef den Film nach eigenen Worten nicht gesehen hat, musste ein Journalist die Handlung kurz schildern. Der Streifen handelt von einem US-amerikanischen U-Boot, das einen russischen Präsidenten rettet, der auf einem Arktis-Stützpunkt als Geisel gehalten wird.
    Putin erkundigte sich, ob das amerikanische U-Boot dabei habe wirklich in einen russischen Stützpunkt einlaufen dürfen.

    „Ein kaum mögliches Szenario. Ein utopisches“, kommentierte er und erinnerte an den jüngsten Vorfall vor der Krim:

    „Die beiden kleinen Boote, die die Ukraine von den USA geschenkt bekommen hatte, schafften es nicht einmal durch die Meerenge von Kertsch. Und du erzählst von einem Atom-U-Boot, das in unseren Stützpunkt einläuft?“,  sagte Putin ironisch. „Ein schlechter Film also“, resümierte er und löste Lacher aus.

    Die russische Küstenwache hatte am 25. November drei ukrainische Schiffe aufgebracht und die 20-köpfige Besatzung, darunter mindestens zwei Geheimdienstler, festgesetzt. Die Schiffe, die Waffen an Bord hatten, wurden 50 Kilometer abseits der gewöhnlichen Durchfahrts-Route durch die Krim-Brücke und nur 20 Kilometer von der russischen Küste entfernt gestoppt.

    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bei einer Übung seiner Kriegsmarine im Asowschen Meer
    © Sputnik / Press service of the president of Ukraine/Mikhail Palinchak

    Nach Darstellung der russischen Seite hatte die Ukrainer die Durchfahrt nicht vorschriftsgemäß im Voraus angemeldet und dann noch gefährlich manövriert und die Befehle des Grenzschutzes ignoriert. Die ukrainische Regierung bestreitet das und wirft Russland „Aggression“ vor.

    Als Reaktion ließ der ukrainische Staatschef Poroschenko in der Ukraine ein 30-tägiges Kriegsrecht verhängen. Seine Gegner werfen ihm vor, die Krise provoziert zu haben, um das Kriegsrecht, das Einschränkungen der Grundrechte erlaubt, zur Beeinflussung der ukrainischen Präsidentschaftswahl im März ausnutzen zu wollen. Umfragen sehen den Amtsinhaber derzeit gegen die als Favoritin geltende Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko in aussichtsloser Position.

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    Tags:
    Militärbasis, Marinestützpunkt, Militär, U-Boot, Atom-U-Boot, Arktis, USA, Russland