02:18 17 Dezember 2018
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    Die Fischer vom russischen Schiff Nord wurden nach ihrer Befreiung aus der ukrainischen Geiselnahme vom Krim-Chef Sergej Aksjonow (3L) begleitet

    „Einfach Willkür“: Putin erinnert an von der Ukraine festgehaltene russische Fischer

    © Sputnik / Pressedienst der Krim-Regierung
    Politik
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    Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei der Pressekonferenz im Anschluss an den G20-Gipfel in Buenos Aires auf den Aufruf der G7-Außenminister, die in der Straße von Kertsch inhaftierten ukrainischen Marinesoldaten freizulassen, geantwortet.

    „Was die Rückgabe von Schiffen und Mariensoldaten anbelangt, wollen wir an jene russischen Fischer erinnern, die im Asowschen Meer ohne jeden Grund inhaftiert wurden“, sagte Putin. Dieses Vorgehen Kiews nannte er einfach Willkür.

    Zudem betonte der Staatschef, der Vertrag von 2003 sehe eine fünf Kilometer breite Zone als Territorialgewässer vor. Der restliche Teil des Meeres gelte als gemeinsam, darunter auch für die wirtschaftliche Nutzung.

    „Die Fischer sind nicht einmal in der fünf Kilometer-Zone gewesen. Sie wurden einfach festgenommen. Der Kapitän wird dort immer noch festgehalten, ohne jeden Grund. Das ist einfach Willkür, und damit basta“, so Putin.    

    Zudem bezeichnete Putin den jüngsten Vorfall im Schwarzen Meer als eine grobe Grenzverletzung.

    Laut Putin agierten die russischen Grenzer dabei streng vorschriftsmäßig. Ihre Kollegen in jedem anderen Land hätten dasselbe getan, sollte ihre Staatsgrenze grob verletzt werden.

    Am 30. November hatten die G7-Staaten Moskau zur Freilassung der in Russland inhaftierten ukrainischen Marinesoldaten aufgerufen.

    Russland müsse die drei Marineschiffe zurückgeben, die ukrainischen Soldaten freilassen und eine freie Durchfahrt durch die Straße von Kertsch gewähren, hieß es in der Erklärung weiter.

    Die russische Küstenwache hatte am 25. November drei ukrainische Schiffe aufgebracht und die 24-köpfige Besatzung, darunter mindestens zwei Geheimdienstler, festgesetzt. Die Schiffe, die Waffen an Bord hatten, wurden 50 Kilometer abseits der gewöhnlichen Durchfahrts-Route der Krim-Brücke und nur 20 Kilometer von der russischen Küste entfernt gestoppt.

    Nach Darstellung der russischen Seite hatten die Ukrainer die Durchfahrt nicht vorschriftsgemäß im Voraus angemeldet und dann noch gefährlich manövriert und die Befehle des Grenzschutzes ignoriert. Die ukrainische Regierung bestreitet das und wirft Russland „Aggression“ vor.

    Als Reaktion ließ der ukrainische Staatschef Poroschenko in der Ukraine ein 30-tägiges Kriegsrecht verhängen.

    Am 26. März hatte der ukrainische Grenzschutz im Asowschen Meer einen russischen Fischkutter aufgebracht. Das Schiff „Nord“ mit Heimathafen auf der Krim soll die ukrainische Seegrenze verletzt haben.

    Anfang November wurden die Russen gegen sieben ukrainische Seeleute ausgetauscht, die an der Krim-Küste wegen Fischwilderei festgenommen worden waren. Den Kapitän des Schiffes „Nord“, Wladimir Gorbenko, lassen die ukrainischen Behörden nicht frei. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft wegen vermeintlicher Verletzung der Grenze.

    Der Fischkutter bleibt im Gewahrsam der Ukraine. Die ukrainischen Behörden wollen ihn mit einem Startpreis von ungefähr 60.000 Dollar versteigern.

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    Tags:
    Fischer, Festnahme, Schiff Nord, G20, G7, Petro Poroschenko, Wladimir Putin, Straße von Kertsch, Schwarzes Meer, Argentinien, Russland, Ukraine