08:41 14 Dezember 2018
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    Soldaten der britischen Armee (Archivbild)

    Militärbasen landesweit alarmiert: Russische Reporter versetzen Briten in Panik

    © AFP 2018 / Tony Karumba
    Politik
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    Ein russischer Reporter und sein Kameramann haben das britische Militär offenbar in Panik versetzt: Das britische Verteidigungsministerium hat laut „Daily Mail“ alle Militärstützpunkte im Lande alarmiert, nachdem ein Journalistenteam des russischen TV-Senders „Perwij Kanal“ in der Nähe des Hauptquartiers der 77. Brigade gesichtet wurde.

    Die Aufgabe der 77. Brigade ist die Kriegsführung im Informationszeitalter.

    Nach Angaben der britischen Boulevardzeitung „Daily Mail“ sollen der Journalist des „Perwij Kanal“, Timur Sirasijew, und der Kameramann Dmitri Wolkow am 21. November vor dem Stacheldraht-Zaun des „geheimen“ Hauptquartiers der Cybereinheit gesichtet worden sein, wo sie gerade eine Reportage aufnahmen.

    Der russische Reporter habe „versucht, auf das Gelände der Militäranlage zu gelangen“. Das Blatt bezeichnet die Journalisten in seinem Artikel als „russische TV-Spione“.

    Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson sei sofort in Kenntnis gesetzt worden.

    Das britische Militär sei als Folge angewiesen worden, beim Auftauchen von russischen Reportern oder Kameraleuten in der Nähe von Militäranlagen die Polizei umgehend zu informieren.

    Die Warnungen, die an britische Militärbasen versandt wurden, enthalten laut dem Blatt ein Foto von Sirasijew und eine Aufnahme des Toyota Avensis, mit dem sich er und sein Kameramann fortbewegt hätten.

    Die Boulevardzeitung zitiert in ihrem Artikel den Direktor des Zentrums für Sicherheit und Aufklärung der University of Buckingham, Professor Anthony Glees, der hier einen klaren „Spionagefall“ sieht.

    Laut Glees gibt es „keinen Zweifel“ daran, dass der Journalist und sein Kameramann für Russland spionierten, und rief die britischen Geheimdienste dazu auf, die Tätigkeit der russischen Journalisten in Großbritannien genauer zu beobachten.

    „Putin steht hinter dieser Spionage. Ich befürchte, wir sind wieder in der Ära des Kalten Krieges angekommen, wo das britische Militärpersonal und ihre Familien sich der Gefahren um sich herum extrem bewusst sein müssen“, so der Professor.

    Zuvor hatte das britische Magazin Wired über die 77. Brigade der britischen Armee berichtet – in dem Artikel wird sie als „Maschine des Informationskriegs“ bezeichnet. Dort sollen Militärs Videos bearbeiten, Podcasts aufzeichnen und „virale“ Posts in den sozialen Netzwerken verfassen, mit denen die Meinungen der Nutzer manipuliert werden sollen.

    Im vergangenen November hatte die Hackergruppe Anonymous behauptet, Unterlagen in ihren Besitz gebracht zu haben, die das Geheimnis über die Aktivitäten einer in London ansässigen Nichtregierungsorganisation lüften. Das Projekt unter dem Namen „Integrity Initiaive“ werde von London zur Einmischung in die inneren Angelegenheiten europäischer Länder missbraucht.

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    Tags:
    Spion, Journalismus, Militärstützpunkt, Militär, Spionage, Daily Mail, Wladimir Putin, Großbritannien, Russland