10:00 11 Dezember 2018
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    Kosovo-Flagge (Symbolbild)

    Serbische Abgeordnete schließen sich im Kosovo-Parlament ein

    © AP Photo / Visar Kryeziu
    Politik
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    Die Abgeordneten der Partei „Serbische Liste“ im Parlament der selbsternannten Republik Kosovo haben sich in einem Raum des Parlamentsgebäudes eingeschlossen und fordern, am Montag ein Treffen mit dem EU-Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen in der EU, Johannes Hahn, in Pristina durchzuführen.

    Dies teilte der Vizevorsitzende der Partei, Igor Simić, gegenüber Medien mit.

    Der Besuch von Hahn in Pristina und Treffen von ihm mit dem Präsidenten von Kosovo Hashim Thaci, dem Premierminister Ramush Haradinaj und dem Parlamentssprecher Kadri Veseli werden am Montag erwartet.

    „Heute haben wir uns in einem Raum des Parlaments von Kosovo eingeschlossen, um ein dringendes Treffen mit dem EU-Vertreter, Johannes Hahn, zu verlangen, der in Pristina eintreffen wird, und um ihn mit der Situation und der potenziellen humanitären Krise vertraut zu machen, die dem serbischen Volk droht, wenn der Zoll in Höhe von 100 Prozent nicht schnellstens aufgehoben wird“, erklärte Simić in einer Videoansprache.

    Die Regierung der selbsternannten Republik Kosovo hat am 21. November eine Zollgebühr in Höhe von 100 Prozent des Preises für sämtliche Erzeugnisse aus Serbien eingeführt und die Einfuhr aller serbischen Waren verboten, die nicht nach den Regeln der selbsternannten Republik — mit der Kosovo-Symbolik — markiert sind. Serben im Norden von Kosovo führen friedliche Protestaktionen wegen des Mangels und der Verteuerung von Lebensmitteln und Medikamenten durch.

    1999 führte die bewaffnete Konfrontation der albanischen Separatisten der Befreiungsarmee Kosovo und der Armee und der Polizei Serbiens zu Bombardierungen Jugoslawiens (damals bestand Jugoslawien aus Serbien und Montenegro – Anm. d. Red.) durch Nato-Kräfte. Im März 2004 hatten die kosovarischen Albaner Pogrome organisiert, die zur Massenaussiedlung von Serben aus dieser Gegend und zur Vernichtung von zahlreichen Denkmälern ihrer Geschichte und Kultur führten.

    Die kosovarisch-albanischen Strukturen in Pristina hatten im Februar 2008 einseitig die Unabhängigkeit der Republik Kosovo von Serbien verkündet. Die selbsternannte Republik wird von Serbien, Russland, China, Israel, dem Iran, Spanien, Griechenland und einer Reihe anderer Staaten nicht anerkannt.

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    Tags:
    Protestaktionen, Zollgebühren, sich einschließen, Parlament, Polizei Serbiens, NATO, Kosovo-Befreiungsarmee, Parlament von Kosovo, EU-Kommission, Kadri Veseli, Ramush Haradinaj, Hashim Thaci, Igor Simić, Johannes Hahn, Griechenland, Spanien, Iran, Israel, China, Russland, USA, Montenegro, Jugoslawien, Serbien, Albanien, Kosovo, Pristina