09:35 17 Dezember 2018
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    Großbritanniens Soldat (Symbolbild)

    Großbritanniens Geheimeinsatz in Ukraine – Russland reagiert

    © AP Photo / Vadim Ghirda
    Politik
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    Die russische Botschaft in London und auch der Außenminister Russlands Sergej Lawrow haben auf die Berichte britischer Medien über die geheime 77. Brigade reagiert, die sich angeblich auf elektronische sowie psychologische Kriegsführung spezialisiert und deren Angehörige in der Ukraine tätig sind.

    Zuvor hatte „The Daily Mail“ geschrieben, dass der Journalist des russischen Fernsehsenders „Perwij Kanal“, Timur Sirasijew, und der Kameramann Dmitri Wolkow am 21. November vor dem Stacheldraht-Zaun eines angeblich „geheimen“ Hauptquartiers der 77. Brigade, einer britischen Cybereinheit, nahe London in Berkshire gesichtet worden sein sollen, wo sie gerade eine Reportage aufnahmen.

    Der russische Reporter habe „versucht, auf das Gelände der Militäranlage zu gelangen“. Das Blatt bezeichnet die Journalisten in seinem Artikel als „russische TV-Spione“. Dabei erwähnte die Zeitung in demselben Artikel, dass mehrere Gruppen der 77. Brigade sich derzeit in der Ukraine befänden. Dem Blatt zufolge übt die Einheit unter anderem Cyber-Angriffe auf terroristische Netzwerke aus, bekämpft Propaganda im Internet und nimmt an Aktionen teil, die gegen Piraterie und weitere im Darknet erfolgende rechtswidrige Tätigkeiten gerichtet sind.

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    Die 1200 Mann starke Brigade ist laut „The Daily Mail“ eine der „unkonventionellsten Formationen in der Armee“. Ihre Teams in der Ukraine sollen die „Regierungskräfte schulen, wie man Computersysteme gegen Attacken schützt“. Andere solche Gruppen „spielen eine ähnliche Rolle im Irak und in Nordafrika“.

    Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson sei, so das Blatt, sofort in Kenntnis gesetzt worden. Das britische Militär sei als Folge angewiesen worden, beim Auftauchen von russischen Reportern oder Kameraleuten in der Nähe von Militäranlagen die Polizei umgehend zu informieren.

    Darauf reagierte nun die russische Botschaft in London. „Solche haltlosen Vorwürfe sind besorgniserregend. Die russischen Medien haben von britischen Behörden eine offizielle Erlaubnis erteilt bekommen, journalistische Arbeit zu verrichten“, betonte ein Sprecher der Botschaft. Die Veröffentlichung personenbezogener Daten russischer Journalisten, einschließlich persönlicher Dokumente und der Autokennziffer sei beunruhigend.

    Laut der russischen Botschaft gefährden die Handlungen Londons die Sicherheit russischer Bürger, abgesehen davon, dass sie eine empörende Verletzung von den in zivilisierten Ländern angebrachten Normen darstellen.

    Der Vorfall sei ein „Teil der allgemeinen Kampagne britischer Behörden zur Aufrichtung ständiger Hindernisse für die Arbeit russischer Medien im Land“.
    „Viele unsere Journalisten beklagen sich über Probleme mit Visa, die Schließung der Konten in britischen Banken. Sie werden mit vielen unbegründeten Schikanen seitens der kontrollierenden Behörden konfrontiert“.

    Als Bespiel führte die Botschaft die Londoner Redaktion des Fernsehsenders RT an, die britische Behörden mehrmals zu schließen versuchten. Nun habe die mediale Regulierungsbehörde Ofcom mehrere Klagen gegen RT unter Vorwand der angeblich „unausgeglichen“ Berichterstattung erhoben.
    „Das sind offensichtlich weitere grobe Versuche, einen Druck auf die Redaktionspolitik des Senders auszuüben, der unter den Briten eine steigende Popularität als alternativer Standpunkt genießt“.

    Falls jedoch die Informationen britischer Medien über eine geheime britische Operation in der Ukraine richtig seien, sei dies ein „weiteres Element der erheblichen britischen Militärpräsenz in der Ukraine“, hieß es.

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    Demnach wusste Russland früher von der Entsendung der Fachleute aus Großbritannien Bescheid, die den ukrainischen Militärs die Durchführung von Sonderoperationen gegen die Zivilbevölkerung von Donezk und Lugansk beibringen sollten.

    „Nun stellt sich heraus, dass sich die britische Präsenz durch Ausübung psychologischen Einflusses und Informationsoperationen in diesem Land erweitert hat“.

    Der russischen Botschaft zufolge erweitert Großbritannien im Vorfeld der für Ende März anberaumten Präsidentschaftswahlen in der Ukraine seine Präsenz im Land.

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    Ukrainischer Präsident Petro Poroschenko besucht seine Truppen im Donbass (Archivbild)
    © Sputnik / Pressedienst des ukrainischen Präsidenten/ Mikhail Palintschak
    „Früher hat Großbritannien den Staatstreich in Kiew und die verfassungswidrige Machtübernahme durch die so genannte Regierung der Gewinner unterstützt“, hieß es von der Botschaft.

    Die Folgen des Einsatzes Londons sollen noch eingeschätzt werden.

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    Ende November teilte Gavin Williamson Pläne zur Stärkung der Militärpräsenz in der Ukraine mit. Die russische Botschaft wies damals darauf hin, dass diese Absichten den Versuchen widersprechen, den Konflikt in der Ukraine auf Grundlage der Minsker Abkommen zu regeln.

    Die Hackergruppe „Anonymous“ berichtete im November unter Verweis auf eine „Menge” durchgesickerter Dokumente von dem britischen Projekt unter dem Namen „Integrity Initiative“, das von London zur Einmischung in innere Angelegenheiten europäischer Länder missbraucht wird.

    Laut dem russischen Außenminister, Sergej Lawrow, besteht die einzige Aufgabe des Projekts darin, Russland vor der Öffentlichkeit anderer Länder zu verleumden.

    Zuvor hatte auch das britische Magazin Wired über die 77. Brigade der britischen Armee berichtet – in dem Artikel wird sie als „Maschine des Informationskriegs“ bezeichnet. Dort sollen Militärs Videos bearbeiten, Podcasts aufzeichnen und „virale“ Posts in den sozialen Netzwerken verfassen, mit denen die Meinungen der Nutzer manipuliert werden sollen.

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    Tags:
    Cyberangriffe, Cyber-Attacke, Cyber-Armee, Hacker, Cyberattacken, Militär, Cyber-Krieg, Konflikt, Krieg, Anonymous, Russische Föderation, Großbritannien, Russland, Ukraine