06:27 11 Dezember 2018
SNA Radio
    Ukrainische Schiffe nahe der Krim (Symbolbild)

    Kreml zu Okkupations-Besorgnis Poroschenkos: Unsinn und Provozieren der Eskalation

    © Foto : von einem Augenzeugen zur Verfügung gestellt
    Politik
    Zum Kurzlink
    36864

    Die Äußerung des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko über Russlands Pläne, die Städte Berdjansk und Mariupol zu besetzen, ist laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow Unsinn und dient dem Provozieren von Spannungen in der Region.

    Damit kommentierte er ein Interview Poroschenkos mit der deutschen Funke Media Group. „Moskau strebt einen Landkorridor vom besetzten Donbass bis zur besetzten Krim an, indem es die Städte Mariupol und Berdjansk an sich reißt“, sagte Poroschenko im Interview. Dabei legte er keine wirklichen Beweise für seine Worte vor, sondern verwies lediglich auf den Vorfall am 25. November in der Straße von Kertsch. Russland hatte an dem Tag ukrainische Matrosen festgenommen, die illegal die Grenze zur Russischen Föderation überschritten hatten. Laut Poroschenko hat Russland damit bewiesen, „dass es seine Besetzung der Ukraine ausweiten will.“

    Für den Kreml aber ist das ist eine völlig absurde Erklärung, ein Versuch, die Spannung in der Region weiter zu eskalieren, betonte Peskow und sagte weiter, ähnliche Versuche seien höchstwahrscheinlich bis zur Präsidentenwahl in der Ukraine zu erwarten. „Russland hat weder je etwas erobert noch baut es Korridore, das ist eine unbegründete Erklärung und Anschuldigung gegen Russland“, fügte er hinzu.

    Kiews Aussagen über die Fahrtseinschränkungen in der Straße von Kertsch widelegt

    Außerdem äußerte sich der Kreml-Sprecher zur These des ukrainischen Ministers für Infrastruktur Juri Lawrenjuk über die mutmaßlichen Hemmnisse für die ukrainischen Schiffe in der Straße von Kertsch. „Das stimmt nicht“, merkte Peskow an, — „Es gibt ein bestimmtes Verfahren für die technische Benachrichtigung der Hafenbehörde von Kertsch, deshalb kann nicht die Rede von Einschränkungen sein. Da gibt es eine intensive internationale Navigation“. Es müsse aber vorbehalten werden, dass unter manchen Wetterumständen die Schifffahrt vorübergehend unterbrochen werde, was aber der Welterfahrung entspreche, so Peskow.  

    >>>Mehr zum Thema: Provokation eingestanden? Ukrainischer Marine-Chef erklärt Kertsch-Vorfall<<<

    Die russische Küstenwache hatte am 25. November drei ukrainische Schiffe aufgebracht und die 24-köpfige Besatzung, darunter mindestens zwei Geheimdienstler, festgesetzt. Die Schiffe, die Waffen an Bord hatten, wollten ins Asowsche Meer fahren, ohne dass die Durchfahrt zuvor beim russischen Grenzschutz angemeldet worden war. Die Schiffe mit abgeschalteten Transpondern drangen unerlaubt in das russische Territorialgebiet ein und reagierten nicht auf Warnungen der russischen Seite, dass sie die Staatsgrenze verletzt hätten.

    Moskau bezeichnete dies als einen Verstoß gegen das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen und gegen bilaterale Vereinbarungen zwischen den beiden Ländern. Zuvor hatte Kiew sich an diese Regeln gehalten und über das Einlaufen ukrainischer Schiffe ins Asowsche Meer mit den russischen Seebehörden verständigt.

    Die ukrainische Regierung bestreitet die Version der russischen Seite und wirft Moskau „Aggression“ vor. Als Reaktion ließ der ukrainische Staatschef Poroschenko in der Ukraine ein 30-tägiges Kriegsrecht verhängen. Poroschenko bat außerdem die Nato und explizit Deutschland, Kriegsschiffe ins Asowsche Meer zu entsenden. Aus Berlin erhielt er jedoch eine Absage: Merkel rief die Ukraine auf, „klug“ zu sein.

    >>>Zu weiteren Sputnik-Artikeln:Drei Schiffe ukrainischer Marine überqueren Staatsgrenze Russlands<<<

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Ukraine, Russland, Konflikt, Pressedienst des Kremls, Kreml, Dmitri Peskow, Petro Poroschenko, Ostukraine, Kertsch, Russland, Ukraine