08:14 10 Dezember 2018
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    Russlands Präsident Wladimir Putin (l.) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron treffen sich in Sankt Petersburg (Symbolbild)

    Deshalb ist Putin geopolitisch so erfolgreich – Le Figaro

    © Sputnik / Sergej Guneew
    Politik
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    Dass Russland seit Jahren die meisten internationalen geopolitischen Kontroversen löst und profitiert, soll weitgehend mit dem hervorragenden Bildungsniveau des russischen Staatschefs – insbesondere in Geographie – zusammenhängen, schreibt Le Figaro.

    Als Beispiel zitiert die französische Tageszeitung den Fall, als Putin die Rede des russischen Landwirtschaftsministers Alexander Tkatschow unterbrach, der über die Lieferung von Schweinefleisch nach Indonesien gesprochen hatte. Der Präsident erklärte, Tkatschow habe sich geirrt, da es sich um ein überwiegend muslimisches Land handele. Es wäre also unmöglich, Schweinefleisch dorthin zu liefern. Im Gegensatz zu anderen Weltführern ist Putin sich der kulturellen Unterschiede in Bildung und Denkweise anderer Nationen bewusst, schreibt die Zeitung. Das würde ihm erlauben, eine nachdenklichere Politik zu verfolgen.

    Den geografischen und kulturellen Kenntnissen Putins werden schwächere Verständnisse westlicher Politiker von internationalen Fragen entgegengesetzt. Zum Beispiel hätten Nicolas Sarkozy und George Bush zu Beginn ihrer Amtszeiten nicht den Unterschied zwischen Schiiten und Sunniten gesehen, was zu einer Katastrophe in ihrer Politik im Nahen Osten geführt hätte. Donald Trump würde immer noch Österreich (Austria) mit Australien verwechseln, während Emmanuel Macron Guiana, einen französischen Besitz in Südamerika, eine Insel nennen würde.

    Solche Geographiekenntnisse führten dazu, dass die westlichen Anführer die wichtigsten internationalen geostrategischen Fragen missverstehen und stattdessen kurzfristige Gewinne erzielen wollten, schreibt der Autor des Artikels und Geograph vom Europäischen Zentrums für internationale Beziehungen, Laurent Chalard weiter. Er weist darauf hin, dass Islamisten in Mali zu den Gegnern französischer Interessen verkündet, in Syrien jedoch als Verbündete gegen Bashar al-Assad gefeiert würden.  

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    Daher hätten westliche Mächtige keine klare langfristige Strategie, die es ihnen ermöglichen würde, zwischen Feinden und Freunden besser unterscheiden zu können und zu verstehen, welche Länder man lieber nicht aus dem Gleichgewicht bringt und wie die wirklichen Machtverhältnisse zwischen den Staaten aussehen. All dies würde zu vielen geopolitischen Fehlern führen, für die die ganze Welt jetzt zahlen müsste. Zum Beispiel sei die Entstehung des „Islamischen Staates“* eine Folge der Zerstörung des Irak durch die Amerikaner 2003 und der Unterstützung bewaffneter Rebellen in Syrien.

    Dies könnte auch erklären, warum Russland mit dessen klaren Strategie in allen Regionen der Welt den westlichen Ländern immer einen Schritt voraus ist, obwohl diese hinsichtlich politischer, wirtschaftlicher und militärischer Ressourcen viel stärker sind, betont die Publikation.

    * Islamischer Staat, auch IS, eine in Russland verbotene Terrorvereinigung.

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    Tags:
    Geografie, Erfolg, Geopolitik, Le Figaro, Bashar al-Assad, Alexander Tkatschow, Donald Trump, Emmanuel Macron, Wladimir Putin, Syrien, Frankreich, Russland