02:18 16 Dezember 2018
SNA Radio
    Russlands Präsident Wladimir Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires

    Im Falle von US-Austritt aus INF-Vertrag: Putin kündigt Reaktion an

    © Sputnik / Vladimir Astapkovic
    Politik
    Zum Kurzlink
    493243

    Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine Reaktion seines Landes im Fall der Aufkündigung des INF-Vertrages zum Verbot nuklearer Mittelstreckenraketen durch die USA angekündigt.

    Russland sei dagegen, den INF-Vertrag zu „zerstören”, jedoch sei eine Reaktion auf den US-Austritt nötig, erklärte Putin am Mittwoch.  Er betonte, Washington hätte sich lange vor der offiziellen Ankündigung entschlossen, sich aus dem Abkommen zurückzuziehen.

    Die Entscheidung sei vor langer Zeit getroffen worden, es habe aber zunächst keine Bekanntgabe gegeben. Washington habe vermutet, Moskau werde das nicht bemerken, so der Präsident. Die Schuld sei Russland zugeschoben worden, obwohl sich der Kreml gegen die „Zerstörung” des Vertrags ausgesprochen hätte.

    >>>Mehr zum Thema: So wird Moskau auf INF-Kündigung reagieren – russischer Generalstab<<<

    US-Außenminister Mike Pompeo hatte am Dienstag in Brüssel die Absicht der Vereinigten Staaten bekanntgegeben, in einer Zeitperiode von 60 Tagen keine im INF-Vertrag vorgesehenen Raketen zu produzieren oder zu stationieren.

    Die USA hätten Russland bereits aufgefordert, die Einhaltung des INF-Vertrags wiederaufzunehmen.

    >>>Mehr zum Thema: „Danach werden wir sehen“: USA wollen noch 60 Tage INF-Vertrag einhalten<<<

    Putin merkte diesbezüglich an, die amerikanische Seite habe bislang keine Beweise für eine angebliche Verletzung des INF-Vertrags durch Russland vorgelegt. „Als Hauptgründung heißt es, dass wir gegen etwas verstoßen. Zugleich werden wie immer keine Beweise für Verstöße vorgelegt“, betonte er.

    Sollten die USA daran festhalten, die Waffen, die laut dem Vertrag von 1987 verboten seien, trotz alledem produzieren zu wollen, würde Russland das Gleiche tun.

    Putin erinnerte anschließend daran, dass sich die USA 2002 im Alleingang aus dem ABM-Vertrag zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen hätten. Mit dem INF-Vertrag zeichne sich inzwischen eine ähnliche Situation ab.

    >>>Mehr zum Thema: „Trump will den Deal mit Russland“ – Experten raten zu Kampf um INF-Vertrag<<<

    Der INF-Vertrag war 1987 von der Sowjetunion und den USA unterzeichnet worden und 1988 in Kraft getreten. Mit dem Vertag hatten sich die Parteien verpflichtet, alle Flugkörper mittlerer und kürzerer Reichweite (von 500 bis 5500 Kilometer) zu vernichten.

    In den letzten Jahren hatten Moskau und Washington einander mehrmals vorgeworfen, gegen den INF-Vertrag zu verstoßen.

    >>>Mehr zum Thema: Wer muss sich fürchten, wenn Nuklearabkommen futsch ist?<<<

    Moskau verwies unter anderem darauf, dass die USA in Rumänien und in Polen Anlagen stationieren, mit denen Marschflugkörper des Typs Tomahawk gestartet werden können. Zudem machte Russland darauf aufmerksam, dass die USA Kampfdrohnen entwickeln und Forschungsarbeiten zur Entwicklung von bodengestützten Marschflugkörpern finanzieren.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Vorwürfe, Verstoß, Reaktion, INF-Vertrag, Mike Pompeo, Wladimir Putin, USA, Russland