13:15 20 Februar 2019
SNA Radio
    Politik

    Washingtons INF-Ultimatum an Moskau: „Sie dachten, wir werden das nicht bemerken“

    Politik
    Zum Kurzlink
    141362

    Die USA haben Russland ein Ultimatum wegen der angeblichen Nichteinhaltung des INF-Vertrages gestellt. Der russische Präsident Wladimir Putin merkte diesbezüglich an, die amerikanische Seite habe bislang keine Beweise für eine angebliche Vertragsverletzung durch Russland vorgelegt.

    Russland hält den INF nicht ein!

    Putin wies darauf hin, dass Washington die Entscheidung vor langer Zeit „leise“ getroffen habe. „Sie haben gedacht, dass wir das nicht bemerken. Im Haushalt des Pentagons ist ja die Entwicklung dieser Raketen bereits eingetragen, erst danach haben sie ihren Ausstieg aus dem Vertrag öffentlich bekanntgegeben“, sagte der Präsident.

    >>>Mehr zum Thema: Im Falle von US-Austritt aus INF-Vertrag: Putin kündigt Reaktion an<<<

    Die Schuld sei Russland zugeschoben worden, obwohl sich der Kreml gegen die „Zerstörung” des Vertrags ausgesprochen hätte. Sollten die USA daran festhalten, die Waffen, die laut dem Vertrag von 1987 verboten seien, trotz alledem produzieren zu wollen, würde Russland das Gleiche tun.

    US-Außenminister Mike Pompeo hatte am Dienstag in Brüssel die Absicht der Vereinigten Staaten bekanntgegeben, in einer Zeitperiode von 60 Tagen keine im INF-Vertrag vorgesehenen Raketen zu produzieren oder zu stationieren.

    >>>Mehr zum Thema: INF-Vertrag: Moskau reagiert auf US-Ultimatum<<<

    Russische Ingenieurtruppen (Archivfoto)
    © Foto : Evgeny Kel / Russian Defense Ministry
    Am 20. Oktober hatte US-Präsident Donald Trump den Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme (INF-Vertrag) angekündigt. Die USA würden den Vertrag verlassen, weil Russland ihn verletze, so Trump.

    Der INF-Vertrag war 1987 von der Sowjetunion und den USA unterzeichnet worden und 1988 in Kraft getreten. Mit dem Vertrag hatten sich die Parteien verpflichtet, alle Flugkörper mittlerer und kürzerer Reichweite (von 500 bis 5500 Kilometer) zu vernichten.

    >>>Mehr zum Thema: Alexander Neu (Linke) zum INF-Vertrag: „Ultimaten funktionieren nicht mit Russland“<<<

    In den letzten Jahren hatten Moskau und Washington einander mehrmals vorgeworfen, gegen den INF-Vertrag zu verstoßen.

    Moskau verwies unter anderem darauf, dass die USA in Rumänien und in Polen Anlagen stationieren, mit denen Marschflugkörper des Typs Tomahawk gestartet werden können. Zudem machte Russland darauf aufmerksam, dass die USA Kampfdrohnen entwickeln und Forschungsarbeiten zur Entwicklung von bodengestützten Marschflugkörpern finanzieren.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Mehr Karikaturen

    • Sanktionen (Symbolbild)
      Letztes Update: 13:00 20.02.2019
      13:00 20.02.2019

      Plus acht Personen: EU verlängert individuelle Sanktionen gegen Russland

      Die Europäische Union hat der Verlängerung der individuellen Sanktionen um sechs Monate wegen „Verletzung der territorialen Integrität“ der Ukraine vorläufig zugestimmt. Wie eine Quelle in Brüssel mitteilte, wird die Sanktionsliste acht Personen mehr als bisher umfassen.

    • Pilot eines US-Aufklärungsflugzeugs des Typs U-2 während des Fluges in der Stratosphäre (Archivbild)
      Letztes Update: 12:45 20.02.2019
      12:45 20.02.2019

      Trumps Weltraum-Armee „Space Force“: Schutz der USA vor Russland und Aliens?

      von Alexander Boos

      Der Präsident der USA will hoch hinaus: Am Dienstag gründet er nun seine lang angekündigte „Space Force“, also seine US-Weltraumstreitkräfte. Donald Trump unterzeichnet eine entsprechende Direktive, meldet „CNN“. „Ein wichtiger Schritt für unsere Nationale Sicherheit“, sagt er. Ob der US-Kongress das Vorhaben absegnet, ist noch nicht sicher.

    • Test eines THAAD-Raketenabwehrsystems (Archivbild)
      Letztes Update: 12:32 20.02.2019
      12:32 20.02.2019

      US-Aegis-Kampfsysteme nach Japan: Tokio weist jede Verantwortung zurück

      Die bevorstehende Stationierung von US-amerikanischen Raketenabwehrkomplexen Aegis Ashore in Japan kann laut dem japanischen Außenminister Taro Kono nicht als Verstoß gegen den Vertrag über Mittelstreckenraketen (INF-Vertrag) betrachtet werden, weil Tokio kein Teilnehmer des Vertrages sei und daher keine Verpflichtungen dazu habe.

    • Russlands Präsident Wladimir Putin bei seiner Ansprache zur Lage der Nation 2019
      Letztes Update: 12:14 20.02.2019
      12:14 20.02.2019

      "Nur zehn Flugminuten bis Moskau": Putin warnt vor US-Raketen in Europa

      Nach der Aussetzung des Abrüstungsvertrags über nukleare Mittelstreckensysteme warnt Russlands Präsident Wladimir Putin die USA vor der Stationierung solcher Waffen in Europa. Wenn die US-Raketen in Europa auftauchen sollten, werde Russland reagieren und mit eigenen Raketen auch "Entscheidungszentren" ins Visier nehmen müssen.

    Tags:
    Arsenal, Ausrüstung, Raketen, Abrüstung, Waffen, INF-Vertrag, Donald Trump, Wladimir Putin, Russische Föderation, UdSSR, USA, Russland