01:48 17 Dezember 2018
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    Am Ort des Terroranschlags in Berlin (Archivbild)

    Terror: Sinkende Zahl der Opfer weltweit und neue Gefahr für den Westen

    © Sputnik / Sachari Scheurer
    Politik
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    Tilo Gräser
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    Tausende Menschen fallen weiterhin weltweit Terroranschlägen zum Opfer. Eine aktuelle Studie zeigt nun, in welchen Regionen es die meisten Anschläge und Opfer gibt. Zugleich belegen die Zahlen, dass die Terrorbekämpfung zu wirken scheint. Für den Westen kommt allerdings eine neue Gefahr auf, die den islamistischen Terror abzulösen scheint.

    Die Zahl der Opfer terroristischer Anschläge ist laut Medienberichten 2017 zum dritten Mal hintereinander deutlich gesunken: Im letzten wurden weltweit 18814 Menschen bei Terroranschlägen getötet – 27 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Das berichtet unter anderem die Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“ am Donnerstag. Sie stützt sich auf den neusten Globalen Terrorismus-Index der australischen weltweit arbeitenden Denkfabrik Institute for Economics and Peace (IEP).

    Danach hat sich die Opferzahl seit dem blutigen Höhepunkt des Terrors 2014 sogar fast halbiert. Damals wurden weltweit fast 33.000 Menschen Opfer von Anschlägen. Am stärksten unter Terrorismus leiden dem Bericht nach der Nahe Osten, Nordafrika, Südostasien und andere afrikanische Länder. Im Nahen Osten und in Nordafrika habe es von 2001 bis 2017 mehr als 91000 Terror-Anschläge gegeben.

    Europa ist im Vergleich zu diesen Regionen mit 2400 Anschlägen im gleichen Zeitraum weit weniger betroffen, so der „Tages-Anzeiger“. „In Westeuropa sank die Zahl der Terroropfer noch deutlicher, von 168 im Jahr 2016 auf 81 im vergangenen Jahr“, stellt die Zeitung fest. In Belgien, Deutschland, Frankreich und die Türkei sei der stärkste Rückgang der Opferzahlen verzeichnet worden. Und das, obwohl diese Länder besonders in den Fokus von Islamisten geraten seien und die Anzahl der dem Terror zugerechneten Vorfälle zugenommen hätten.

    Wo es die meisten Opfer gibt

    Afghanistan war laut dem IEP-Bericht das Land mit den meisten Vorfällen 2017: Mit 434 Attacken auf die Polizei und das Militär sowie 256 Anschlägen auf Zivilisten. „Afghanistan und neun andere Länder beklagten zusammen 84 Prozent der Todesopfer weltweit“, so die Schweizer Zeitung. Unbeantwortet bleibt dabei die Frage, was angesichts dieser Zahlen der Krieg des Westens am Hindukusch, der angeblich den Terror dort bekämpfen soll, gebracht hat.

    2017 seien in Europa 282 Anschläge verübt worden, 29 mehr als noch 2016, zitiert die Schweizer Zeitung aus dem IEP-Bericht. Nach diesem gebe es weniger Tote als in den Jahren zuvor. Das sei eine Folge der militärischen Niederlagen und damit eingeschränkten Handlungsfähigkeit der islamistischen Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) und der verstärkten Anti-Terror-Maßnahmen. „Stärkere Terrorismusbekämpfung und bessere Überwachung haben zur drastischen Abnahme beigetragen“, wird IEP-Präsident Steve Killela zitiert.

    Wer im Westen zur neuen Terror-Gefahr wird

    Dafür hätten Westeuropa und Nordamerika ein neues Terror-Problem: „2017 gingen in diesen beiden Regionen 17 Tote auf das Konto des ‚politischen rechtsextremen Terrors‘“, wird aus dem Bericht zitiert.

    „Seit 2014 waren es sogar 65. Abgesehen von 2011, als der Rechtsextreme Anders Breivik auf der norwegischen Insel Utøya 77 Menschen ermordete, wurde vor allem in den letzten Jahren eine Häufung festgestellt.“

    Die Zahl rechtsextremer Anschläge nehme zu, von 49 in den 13 Jahren bis 2014 auf 118 allein in den vier Jahren danach. In Westeuropa hätten sich die Vorfälle sogar verdreifacht.

    Laut dem „Tages-Anzeiger“ gehen die Experten davon aus, dass für das zu Ende gehende Jahr mit einem weiteren Absinken der Anzahl von Terroropfern zu rechnen ist. Das IEP habe zwischen Januar und Oktober 2018 in Westeuropa weniger als zehn gemeldete Todesopfer registriert. Die Zunahme von rechtsextremen Gewalttaten werde aber als beunruhigend eingeschätzt.

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    Tags:
    Terrorbekämpfung, Islamismus, Opfer, Terrorismus, Terror, Terrormiliz Daesh, Afghanistan, Europa