08:19 19 Dezember 2018
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    Proteste der Serben in der Provinz Mitrovica

    Lawrow: „Kosovo-Vorgehen schädigt EU-Ansehen“

    © AFP 2018 / Armend Nimani
    Politik
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    Die Unfähigkeit der EU, die selbsterklärte Republik Kosovo dazu zu bringen, den erzielten Vereinbarungen mit Belgrad nachzukommen, stellt laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow das Ansehen von Brüssel in Frage.

    „Der Hauptherd der Instabilität (auf dem Balkan – Anm. d. Red.) bleibt das Kosovo. Pristina bringt nicht nur die Erfüllung der unter EU-Vermittlung und im Dialog mit Belgrad erzielten Vereinbarungen zum Scheitern, sondern unternimmt auch immer neue provokative Schritte“, sagte Lawrow gegenüber der griechischen Zeitung „Efimerida ton sindakton“.

    Ferner erinnerte der russische Chefdiplomat daran, dass bereits mehr als fünf Jahre lang nichts für die Bildung der Gemeinschaft der serbischen Gemeinden im Kosovo getan werde.

    Zudem wolle Pristina eine eigenständige Armee bilden, die nach Lawrows Meinung gegen die in der Region lebenden Serben gerichtet werde.

    Unter anderem hätten die kosovarischen Behörden Zölle für aus Serbien und Bosnien-Herzegowina exportierende Waren eingeführt.

    „Diese Maßnahme zielt ebenfalls auf die Schaffung von unmöglichen Bedingungen für die Existenzerhaltung der Kosovo-Serben ab“, meint Lawrow.  

    Wie Lawrow weiter betonte, betreibe die serbische Führung dabei einen „durchaus verantwortungsvollen Kurs“ und verspreche, keine Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

    Im Jahr 1999 hatte die bewaffnete Konfrontation der albanischen Separatisten von der paramilitärischen „Befreiungsarmee des Kosovo“ einerseits und der jugoslawischen Armee und Polizei andererseits Nato-Bombenangriffe auf Jugoslawien zur Folge gehabt, das damals aus Serbien und Montenegro bestand. Die Nato-Luftschläge dauerten vom 24. März bis zum 10. Juni 1999. Die genaue Opferzahl dieser Operation ist bis heute nicht bekannt. Nach Angaben der serbischen Behörden kamen dabei etwa 2.500 Menschen ums Leben, darunter 89 Kinder. Weitere 12.500 Menschen wurden verletzt.

    Im März 2004 war es zu Ausschreitungen der Albaner des Kosovo gegen die serbische Bevölkerung gekommen, die zur massenhaften Aussiedlung der Serben aus dem Kosovo und zur Vernichtung zahlreicher historisch und kulturell wertvoller Gebäude führten.

    Am 17. Februar 2008 hatten die albanischen Behörden des Kosovo einseitig die Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Die selbsterklärte Republik Kosovo wird von Serbien, Russland, China, Israel, Spanien, dem Iran und einer Reihe anderer Staaten nicht anerkannt.

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