09:02 19 Dezember 2018
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    Vorbereitungen auf den CDU-Parteitag in Hamburg

    Ein Parteitag der Superlative – Wie die CDU schon jetzt alle Rekorde bricht

    © AFP 2018 / John Macdougall
    Politik
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    Marcel Joppa
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    Kaum hat der Parteitag der CDU in Hamburg begonnen, bricht er schon jetzt alle bisher von der Partei aufgestellten Rekorde: Es ist eine Veranstaltung der Superlative, die weltweit verfolgt wird. Damit schafft es die CDU sogar, sich in der Wählergunst wieder leicht zu verbessern. Doch nach der Euphorie könnte der Kater folgen.

    Sieben Tage dauerte der Aufbau des Parteitags in der Hansestadt. Sieben Trailer brachten rund 80 Tonnen Baumaterial für die Bühne der Veranstaltung. Für die Anlieferung waren 27 Trailer im Einsatz. Allein diese Zahlen machen klar, wieviel die CDU in diesen ganz besonderen Parteitag investiert hat. Immerhin wird die Veranstaltung international aufmerksam verfolgt. Es geht um nichts Geringeres als die Nachfolge Merkels an der Parteispitze und damit auch um einen möglichen Kanzlerkandidaten.

    ​Wer wird Nachfolger von Angela Merkel? Diese Frage bewegt nicht nur 420.000 CDU-Mitglieder in Deutschland. Mehr als 1700 Gäste haben sich für den Parteitag angemeldet, mehr als 1600 Medienvertreter sind akkreditiert – darunter auch Sputnik. Die Journalisten kommen aus Deutschland, aus fast allen Ländern Europas, aus Nordamerika und sogar aus Japan. Rund 60 Ü-Wagen sorgen für Liveschalten, zum Beispiel nach Dänemark, Schweden, Norwegen, Österreich, Estland, die Niederlande oder in die USA.

    Es wird ein langer Tag…

    Der genaue Zeitablauf ist noch nicht klar. Um 10:30 Uhr hat an diesen Freitag der erste von zwei Debattentagen der CDU in Hamburg begonnen. Die Tagesordnungspunkte an diesem Tag: Ein Grußwort des Präsidenten der Europäischen Volkspartei (EVP), Joseph Daul, dann eine Rede der Bundeskanzlerin – es war ihr letzter offizieller Auftritt als CDU-Vorsitzende. Schließlich dann werden sich am Mittag die einzelnen Kandidaten auf den Parteivorsitz in einer viertelstündigen Rede nochmals vorstellen. Es folgt eine Befragung durch die Delegierten. Das könnte dauern, denn bei 1001 Wahlberechtigten im Plenarsaal ist alles möglich.

    ​Schließlich dann soll laut Medienberichten zwischen 16 und 17 Uhr ein Ergebnis feststehen. Der Kandidat oder die Kandidatin mit mehr als 50 Prozent aller Delegiertenstimmen wird dann offiziell den CDU-Vorsitz übernehmen. Beobachter rechnen allerdings damit, dass es zu einer Stichwahl zwischen Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer in einem zweiten Wahlgang kommen könnte. In diesem Fall wird es für alle Anwesenden ein langer Sitzungstag.

    Ein böses Erwachen?

    Einen kleinen Erfolg konnte die CDU schon verbuchen: In aktuellen Umfragen legt die Union um vier Punkte auf rund 30 Prozent zu. Gefolgt von den Grünen mit 20, sowie AfD und SPD mit jeweils 14 Prozent. Diese gute Stimmung der CDU könnte aber nur von kurzer Dauer sein: Die Partei ist tief gespalten zwischen Merkel-Anhängern, die Annegret Kramp-Karrenbauers Kandidatur unterstützen, und Liberal-Konservativen, die sich für Friedrich Merz aussprechen. Das Lager, das am Ende des Tages unterlegen sein wird, dürfte sich in Zukunft wohl kaum geräuschlos zurückdrängen lassen.

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    Tags:
    Parteivorsitz, Parteitag, Abstimmung, Kanzleramt, CDU, Friedrich Merz, Jens Spahn, Annegret Kramp-Karrenbauer, Angela Merkel, Hamburg, Deutschland