08:35 19 Dezember 2018
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    Angela Merkel beim CDU-Parteitag in Hamburg

    Merkels letzte Worte: Emotionaler Abschied in Hamburg

    © REUTERS / Fabrizio Bensch
    Politik
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    Marcel Joppa
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    Angela Merkel hat heute beim CDU-Parteitag einen emotionalen Schlusspunkt zum Ende ihres Parteivorsitzes gesetzt. Die letzte Rede der CDU-Chefin war eine Mischung aus Selbstkritik, Danksagung und Aufruf zur Geschlossenheit.

    „Typisch Merkel“ – mit diesen Worten kritisierte Angela Merkel zu Beginn ihrer Rede auf dem CDU Parteitag ihre nach eigenen Aussagen häufig zu spontane und ehrgeizige Arbeit als CDU-Chefin. Dies habe ihre Mitarbeiter nicht selten zur Weißglut gebracht.

    Gutes bewahren?

    Mit Blick auf ihre Partei sagte Merkel, konservativ käme nicht von Konserve. Es gehe darum, das Gute zu bewahren:

    „Die Partei ist nie einer alleine, sondern die ganze Partei, Hand in Hand. Wir können Kräfte entfalten, auch wenn uns der Wind ins Gesicht weht.“

    Dabei lobte sie die guten Wahlergebnisse bei den Landtagswahlen im Saarland, Schleswig-Holstein und NRW.

    Hartz IV richtig und wichtig…

    Merkel habe sich vor dem Parteitag mehrere Fragen gestellt. Unter anderem, was sie und ihre Partei einander zu verdanken hätten:

    „Wir haben zum Beispiel die Regierung Schröder in der Hartz-IV-Reform unterstützt. Das war richtig und wichtig und hat zu den niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit der Wiedervereinigung geführt.“

    Auch habe die CDU Antworten auf europäische Fragen gegeben und 2015 eine humanitäre Zuwanderung gesteuert.

    Nicht immer einfach…

    Die CDU und Merkel selbst, das sei eine Familie, in der auch schon einmal Streit erlaubt sei. Auch habe sie sich häufiger anders verhalten, als es die Parteibasis vielleicht gesehen hätte:

    „Ich habe euch so manch harte Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner vorenthalten. Ich habe lieber das Florett gewählt und bin nicht über jedes Stöckchen gesprungen.“

    Nun wolle Merkel mit ihrer Partei, auch als Kanzlerin, die Weichen für die Zukunft stellen.

    Neue Köpfe braucht das Land

    Die Zeiten seien schwierig, so Merkel weiter. Deshalb müsse die CDU die Interessen Deutschlands nach innen und außen verteidigen:

    „Unsere CDU ist heute eine andere als im Jahr 2000. Und das ist gut so. Wir müssen uns in Richtung Zukunft orientieren, mit neuen Strukturen, neuen Köpfen, aber alten Werten.“

    Die CDU dürfe nie vergessen, was die christdemokratische Haltung ausmache: Die CDU grenze sich ab, aber sie grenze niemanden aus.

    Nach ihrer Rede erhielt Merkel von den 1001 Delegierten in Hamburg stehenden Applaus. Nun wird auf dem Parteitag ihre Nachfolge gewählt.

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    Fazit, Bundeskanzlerin, Abschied, Parteitag, Rede, CDU, Angela Merkel, Hamburg, Deutschland