08:47 19 Dezember 2018
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    Mehrheit für Vermittlerrolle Deutschlands im Ukraine-Konflikt - DeutschlandTrend

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    Politik
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    Der jüngste Konflikt zwischen Russland und der Ukraine in der Straße von Kertsch hat in letzter Zeit für großes internationales Aufsehen gesorgt und Russland zum Sündenbock gemacht. Trotzdem stehen die meisten deutschen Bürger für die Übernahme einer führenden Vermittlerrolle zwischen beiden Staaten und lehnt verschärfte Russland-Sanktionen ab.

    Am Donnerstag hat die ARD Umfrageergebnisse zum DeutschlandTrend für die letzte Woche vorgelegt. Laut diesen weisen 74 Prozent der Befragten Russland eine große Verantwortung für die Eskalation der Ukraine-Krise zu. Zugleich erwarten 59 Prozent, dass Deutschland eine führende Vermittlerrolle zwischen beiden Staaten übernimmt. Obwohl 44 Prozent verschärfte Russland-Sanktionen der EU eher unterstützen würden, würde die Hälfte — rund 50 Prozent — dies nicht nachvollziehen können.

    Dabei würden nur 23 Prozent der Befragten Russland als einen vertrauenswürdigen Partner Deutschlands bezeichnen, im Mai seien es noch  sieben Prozent mehr gewesen. An die Ukraine gingen 25 Prozentpunkte. Den neuen Tiefstand im ARD-DeutschlandTrend haben diesmal die USA erreicht: Nur 19 Prozent aller Befragten vertrauen dem Land als Partner.

    Bisher berichtete auch „Die Welt“ unter Berufung auf informierte EU-Diplomaten, weitere Sanktionen würden nicht zum Konflikt gehören und die Regierungen wollten in Deutschland und Frankreich „ihre diplomatischen Bemühungen fortsetzen“. Beim Nato-Treffen in Brüssel erklärte der Generalsekretär Jens Stoltenberg, die Nato tue bereits viel, weshalb die Ukraine weder mehr Waffenhilfe kriegen würde noch die Nato bereit sei, zusätzliche Kriegsschiffe zur Unterstützung der Ukraine im Konflikt um das Asowsche Meer zu entsenden.

    >>> Mehr zum Thema: Deutschland und Frankreich gegen neue Russland-Sanktionen – „Die Welt“<<<

    Die russische Küstenwache hatte am 25. November drei ukrainische Schiffe aufgebracht und die 24-köpfige Besatzung, darunter mindestens zwei Geheimdienstler, festgesetzt. Die Schiffe, die Waffen an Bord hatten, wollten ins Asowsche Meer fahren, ohne dass die Durchfahrt zuvor beim russischen Grenzschutz angemeldet worden war.

    Die Schiffe mit abgeschalteten Transpondern drangen unerlaubt in das russische Hoheitsgebiet ein und reagierten nicht auf Warnungen der russischen Seite, dass sie die Staatsgrenze verletzt hätten.

    Moskau bezeichnete dies als einen Verstoß gegen das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen sowie gegen bilaterale Vereinbarungen zwischen den beiden Ländern.

    >>> Zu weiteren Sputnik-Artikeln: Krise rund um die Straße von Kertsch: Moskau antwortet und kommentiert<<<

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    Tags:
    Russland-Sanktionen, Umfrage, Trend, NATO, ARD, Jens Stoltenberg, Ukraine, Straße von Kertsch, Russland, Deutschland