06:02 11 Dezember 2018
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    Rauchspur am Ort eines Terroranschlags in Kabul, Afghanistan (Archivbild)

    17 Jahre Afghanistan-Krieg: Was hätten Nato-Länder mit dem ganzen Geld tun können?

    © REUTERS / Mohammad Ismail
    Politik
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    Die US-geführte Invasion von Afghanistan 2001 hat ungeheuerliches Leid und zahlreiche zivile Opfer zur Folge gehabt und zum Erstarken und zu großen Bodengewinnen der Taliban geführt.

    Ein brisanter Bericht des US-Spezialinspektors für den Wiederaufbau Afghanistans aus dem Jahr 2016 offenbarte die exorbitanten Kosten für die USA, die durch den Krieg in Afghanistan entstanden sind.

    Seit 17 Jahren soll Washington insgesamt mehr als eine Billion US-Dollar in den Krieg gepumpt haben.

    Analytiker bei Sputnik haben kalkuliert, wofür man diese Unsummen hätte stattdessen ausgeben können – mit weniger gravierenden Folgen.

    Der Armut auf unserem Planeten ein Ende setzen

    Um die Armut auf der Welt zu beenden, wären 175 Milliarden US-Dollar jährlich für die Dauer von 20 Jahren nötig. Das behauptet Jeffry Sachs, einer der weltweit führenden Experten für Wirtschaftsentwicklung und den Kampf gegen Armut.

    Dieser Betrag sei weniger als ein Prozent des kombinierten Einkommens der reichsten Länder dieser Welt und nur viermal das jährliche Militärbudget der USA.

    Mit insgesamt 3,5 Billionen Dollar könnte man praktisch den ganzen Planeten „wieder groß machen“, um es in Trumps Worten auszudrücken.

    Den Albtraum namens F-35 abzahlen

    US-Steuerzahler werden bis zum 2070 etwa 1,5 Billionen Dollar für den neuesten Kampfjet des Pentagons, F-35, zahlen müssen.

    Doch mit dem durch den Verzicht auf die Invasion gesparten Geld hätten die USA gleich 11.888 F-35-Jets kaufen können oder 410 Maschinen pro Nato-Land.

    Das Pentagon hätte wiederum das ganze F-35-Programm komplett bezahlen und die 966 Defekte des Flugzeugs beheben können. Doch derzeit kostet eine Flugstunde des F-35 30.000 US-Dollar – entsprechend muss auch das Budget aussehen.

    Die Reden von Hillary Clinton. Jederzeit. Überall.

    Die zweimal gescheiterte Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton erhielt im Jahr 2016 von Goldman Sachs beispiellose 675.000 US-Dollar für private Reden bei Wall-Street-Veranstaltungen. Insgesamt soll Clinton seit Ende ihrer Amtszeit als US-Außenministerin stolze 22 Millionen Dollar an Reden verdient haben.

    Mit dem Geld für den Afghanistan-Krieg könnten sich die Amerikaner es leisten, für 4,4 Millionen US-Dollar pro Jahr oder 366.666 Dollar pro Monat Hillary Clinton jeden Tag über die „russische Aggression“ und die verlorenen Wahlen schwafeln zu hören – ein ziemlich kleiner Preis für den Frieden.

    Die Große US-Grenzmauer

    Die Trump-Administration hat den Kongress für den Bau einer ungefähr 2000 Kilometer langen Mauer an der Grenze zu Mexiko um stolze 25 Milliarden Dollar gebeten; das geht aus dem Bericht des Government Accountability Office hervor.

    Bislang hat der Kongress Trumps Forderungen immer wieder abgelehnt. Gäbe es keinen Krieg in Afghanistan, würde die Sache wohl leichter über die Bühne gehen.

    350 Millionen für Gesundheitssystem, Brexit-Kosten gedeckt

    Das britische Verteidigungsministerium hatte im Jahr 2016 mehr als 58 Milliarden Pfund (oder 2,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes) für die Verteidigung ausgegeben. In den nächsten zehn Jahren sollen weitere 178 Milliarden Pfund in Militärausrüstung fließen, zeigt ein britischer Regierungsbericht aus dem Jahr 2017.

    Mit dem Geld, das die britischen Verteidigungsminister ausgeben wollen, könnte London stattdessen das Defizit in Höhe von 350 Millionen Pfund im britischen Gesundheitswesen beheben und die hohe Rechnung für den EU-Austritt gleich 4,5 Mal bezahlen.

    Nato-Welpen für den Frieden

    Das Halten eines Hundes kostet ungefähr 15.000 bis 21.000 Dollar für die Dauer seines Lebens, so das Fazit der Wohltätigkeitsorganisation People's Dispensary for Sick Animals.

    Die USA hätten also mit dem ersparten Geld mehr als 71 Millionen Amerikaner mit Welpen versorgen können. Weil in Afghanistan etwa 35,5 Millionen Menschen leben, hätte Washington jedem afghanischen Bürger zwei Welpen schenken und damit den Krieg beenden können, indem man die gespaltene und kriegsmüde Bevölkerung Afghanistans mit flauschigen Vierbeinern versöhnte.

     

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    Tags:
    Kosten, Krieg, F-35, Pentagon, NATO, Afghanistan, USA