05:36 11 Dezember 2018
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    Steht er unter Folterverdacht? Leutnant Andrej Gratch, Fahnder des ukrainichen Geheimdienstes SBU, beim Verhör im FSB.Aufgebrachte ukrainische Marineschiffe in Kertsch

    Neues im Schiffs-Konflikt vor Krim: Ostukrainer will seinen Folterer erkannt haben

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    Eskalation bei Kertsch (53)
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    Im Konflikt um die ukrainischen Marineschiffe, die vor zwei Wochen wegen Grenzverletzung von Russland aufgebracht worden sind, zeichnet sich eine brisante Entwicklung ab. Ein Mann aus Donezk will in einem der festgesetzten ukrainischen Seeleute einen Geheimdienstler erkannt haben, der ihn einst gefoltert haben soll.

    Der russische Inlandsgeheimdienst FSB teilte am Samstag mit, von einem Einwohner der ostukrainischen Metropole Donezk eine Anzeige erstattet bekommen zu haben. Der Anzeigeerstatter behauptete, dass einer der Ukrainer, die Ende November mit ihren Schiffen im Schwarzen Meer aufgebracht wurden, ein SBU-Ermittler sei und ihn einst im ukrainischen Berdjansk unter Anwendung von Folter vernommen habe.

    Schiffe der ukrainischen Marine, die bei Kertsch festgenommen wurden
    © Sputnik / Pressedienst des Grenzschutzamtes des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB

    Er habe ihn im Fernsehen gesehen und erkannt. Der ukrainische Geheimdienst SBU hatte zuvor bestätigt, dass seine Mitarbeiter an Bord der Schiffe gewesen wären.

    „Ein Einwohner von Donezk meldete sich beim FSB. Er identifizierte einen der festgenommenen SBU-Mitarbeiter als jene Person, die ihn nach der Festnahme in Berdjansk gefoltert und schwer körperlich misshandelt habe“, teilte Michail Schischow, Chefermittler des FSB, am Samstag mit. Nähere Angaben zum Anzeigeerstatter und zum angeblichen Verhör in Berdjansk machte er nicht.

    „Die Behörden von Donezk zeigten schon Interesse und baten uns, ihnen die Akte zu übergeben“, so der FSB-Vertreter weiter.

    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bei einer Übung seiner Kriegsmarine im Asowschen Meer
    © Sputnik / Press service of the president of Ukraine/Mikhail Palinchak

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    Donezk liegt zwar in der Ukraine, ist de facto aber seit Jahren von der Regierung in Kiew unabhängig. Es ist Hauptstadt der international nicht anerkannten Volksrepublik Donezk, die gemeinsam mit der benachbarten Region Lugansk Anfang 2014 ihre Unabhängigkeit ausgerufen hatten.

    Hintergrund war der nationalistische Putsch in Kiew, den die beiden östlichen, mehrheitlich von Russischsprachigen bewohnten Kohlefördergebiete nicht anerkennen wollten. Die ukrainische Regierung schickte im April 2014 Truppen gegen die Abtrünnigen. Bei dem bewaffneten Konflikt, der bis heute schwelt, sind laut UN-Angaben mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen.

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    Tags:
    FSB, Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), Donezk, Russland, Ukraine