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    Julia Skripal (Archivbild)

    Entführt und gewaltsam festgehalten: Viktoria Skripal zu Aufenthaltsort ihrer Cousine

    © AP Photo / Yulia Skripal/Facebook
    Politik
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    Viktoria Skripal, die Nichte des in Großbritannien vergifteten Ex-Doppelagenten Sergej Skripal, hat gegenüber der Zeitung „Iswestija“ erklärt, dass sie seit dem 24. Juli keinen Kontakt zu ihrer Cousine Julia Skripal aufnehmen kann.

    Ihr zufolge ist Julia Skripal von den britischen Geheimdiensten faktisch entführt worden und wird gewaltsam festgehalten, damit sie nicht nach Russland zurückkehren kann.

    „Wer hat gesagt, dass London Julia nicht gewaltsam festhält? Warum dürfen russische Diplomaten und Verwandte sie nicht besuchen, warum darf sie nicht im Fernsehen auftreten? Ich denke, dass man sie höchstwahrscheinlich auf einem Militärstützpunkt gebracht hat, fernab von den Medien und in Isolation von der Außenwelt“, sagte Viktoria Skripal. Dabei geht sie davon aus, dass sich ihre Cousine und ihr Onkel, „falls er noch am Leben ist“, auf dem Territorium des Militärlabors Porton Down befinden könnten.

    Darüber hinaus sagte die Frau, dass Großbritannien die Vergiftung mit dem Nervengifteinsatz in Salisbury hätte inszenieren können, um einen Anlass für die Verschärfung der Beziehungen zu Russland zu finden. Und die britische Regierung brauche Julia, „um die öffentliche Meinung zu manipulieren und ständig von der Gefahr seitens Russlands zu reden“.

    „Eine unschuldige junge Frau, die sich an keinen Affären beteiligt hat. Das ist keine schlechte Geschichte für die künstliche Verschärfung der Beziehungen zu Russland und die Verhängung neuer Sanktionen. Ich und andere Verwandte haben mehrmals versucht, Julia anzurufen und ihr zu schreiben. Ohne Antwort. Obwohl sie, als wir das letzte Mal gesprochen haben, gesagt hat, dass sie ungehindert telefonieren darf und nach Russland zurückkommen will“, sagte Viktoria weiter.

    „Julia hat hier doch Immobilien, Eigentum; ihr ganzes Leben ist letztlich hier.“

    Weltweiter Skandal nach Giftaffäre

    Der 66-jährige Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März dieses Jahres bewusstlos im britischen Salisbury aufgefunden und mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus gebracht worden. Von wem und unter welchen Umständen sie wirklich vergiftet wurden, ist unklar. Die britische Regierung behauptete umgehend, dass in den Giftanschlag auf die Skripals mit dem Stoff A-234 (im Westen als Nowitschok bekannt) der russische Staat verwickelt sei. Russland wies diesen Vorwurf von sich und forderte eine unabhängige Aufklärung.

    Die Affäre löste einen diplomatischen Skandal aus: Die britische Premierministerin Theresa May ordnete die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten an. Aus „Solidarität“ mit London wiesen auch die USA, Deutschland und viele weitere EU-Staaten Dutzenden russischen Diplomaten die Tür. Der damalige Außenminister Boris Johnson versprach im März, „verblüffende Beweise“ gegen Russland präsentieren zu wollen, tat dies bis zu seinem Rücktriff im Juli aber nicht.

    Im April gab es in der Giftaffäre eine Wende: Das mit der Untersuchung beauftragte britische Militärlabor Porton Down teilte mit, die Herkunft des Nervengifts sei nicht identifizierbar. Das britische Außenamt musste daraufhin zugeben, dass dem Vorwurf gegen Russland eigene Wertungen der britischen Seite zugrunde gelegen hätten.

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    Tags:
    Aufenthalt, Inszenierung, Manipulationen, Beziehungen, Vergiftung, Viktoria Skripal, Julia Skripal, Sergej Skripal, Salisbury, Großbritannien, Russland