21:12 26 März 2019
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    Neue Waffen für die russische Armee (Archiv)

    Sipri-Bericht: Russland hängt Großbritannien erstmals im Waffengeschäft ab

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    Politik
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    Der Umsatz der Rüstungsproduzenten ist letztes Jahr weltweit gestiegen. Dabei hat Russland erstmals Großbritannien vom zweiten Platz verdrängt. Das globale Waffengeschäft dominieren weiterhin die USA. Dies ist dem neuen Bericht des Friedensforschungsinstituts Sipri (Stockholm International Peace Research Institute) zu entnehmen.

    Die neue Zusammenstellung des Friedensforschungsinstituts Sipri umfasst die 100 größten Waffenhersteller der Welt. Demnach würden die USA den globalen Waffenhandel dominieren: sie sind die ersten im Sipri-Ranking. Auf Platz zwei rangierten die russischen Waffenhersteller. Dabei hatten die Rüstungskonzerne Großbritanniens seit 2002 weltweit den Platz zwei im Rüstungsgeschäft belegt.

    Laut Sipri verkauften die 100 größten Rüstungsunternehmen der Welt Waffen und militärische Dienstleistungen im Wert von 398,2 Milliarden US-Dollar. Das waren 2,5 Prozent mehr als im Jahr 2016 und 44 Prozent mehr als 2002, als entsprechende Daten zum weltweiten Waffenhandel erstmals zusammengestellt worden waren. Konzerne aus China führten die Friedensforscher nicht auf, weil es dazu offenbar keine verlässlichen Daten gibt. Sipri zufolge haben die Waffenverkäufe im Jahr 2017 den dritten Anstieg in Folge aufgewiesen.

    Der leitende Forscher des Sipri-Programms für Rüstungsgüter und Militärausgaben, Siemon Weseman, stellte fest, dass russische Unternehmen seit 2011 eine deutliche Umsatzsteigerung verzeichnen würden, was den steigenden Militärausgaben zur Modernisierung der Streitkräfte entspreche.

    Der russische Rüstungskonzern Almas-Antei sei im Jahr 2017 vom 13. auf den 10. Platz vorgerückt. Im vergangenen Jahr steigerte er den Umsatz um 17 Prozent auf 8,6 Milliarden US-Dollar. Drei weitere russische Unternehmen unter den Top 100 wiesen ein Wachstum von mehr als 15 Prozent auf: Die Vereinigte Motorenbaukorporation (25 Prozent), die Forschungs- und Produktionsgesellschaft Hochpräzise Komplexe (22 Prozent) und das Unternehmen Taktische Raketenwaffen (19 Prozent).

    Nur bei dem russischen Panzerbauer Uralvagonzavod sei ein Rückgang des Umsatzes zu verzeichnen, es habe 33 Prozent betragen. Das Unternehmen sei von Platz 53 auf 66 in der Rangliste zurückgefallen. Als Grund dafür nannten die Autoren des Berichts die verspätete Lieferung neuer Panzer und anderer gepanzerter Fahrzeuge an die russische Armee.

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    Unter den 100 größten Rüstungsunternehmen sind laut dem Sipri-Bericht allein 42 aus den USA. Sie haben nach Angaben der Friedensforscher ihre Verkäufe um zwei Prozent gesteigert und stehen jetzt für 57 Prozent aller weltweiten Waffenverkäufe. Fünf dieser Unternehmen seien unter den Top 10. Die größten Waffenhersteller seien Lockheed Martin und Boeing, deren Gesamtumsatz von 11 Milliarden Dollar im Jahr 2016 auf 18 Milliarden im Jahr 2017 gestiegen sei.

    Großbritannien sei nach wie vor der größte Waffenproduzent in Westeuropa. Unter den Top 100 seien sieben britische Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 35,7 Prozent (+ 2,3 Prozent). Das sind BAE Systems (22,9 Milliarden US-Dollar,  3,3 Prozent mehr als 2016), Rolls-Royce und GKN (zuvor Guest, Keen und Nettlefolds).

    Die Türkei (24 Prozent Umsatzwachstum) und Indien hätten ein bemerkenswertes Wachstum aufgewiesen. Vier Rüstungsunternehmen aus Indien gehörten zu den Top 100 der Welt.

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    Tags:
    Rüstung, Waffenhandel, Großbritannien, USA, Russland