08:08 15 November 2019
SNA Radio
    Ursula von der Leyen (CDU)

    Trotz Verschwendungsvorwürfen: Von der Leyen will weitere Millionen für Berater

    © REUTERS / Fabrizio Bensch
    Politik
    Zum Kurzlink
    345142
    Abonnieren

    Seit Wochen steht Verteidigungsministerin Ursula von Leyen wegen des umstrittenen Einsatzes externer Berater durch ihr Ministerium in der Kritik. Trotz dem drohenden Untersuchungsausschuss will sie sich aber weitere 343 Millionen Euro für externe Experten genehmigen lassen. Darüber schreiben deutsche Medien am Mittwoch.

    Dem Haushaltausschuss habe sie bereits ein entsprechendes Papier vorgelegt. Das Budget soll am heutigen Mittwoch diskutiert werden. Heute soll sich von der Leyen auch vor dem Bundestags-Verteidigungsausschuss verantworten müssen. Ihr werden Verschwendung von Steuereinnahmen und Vetternwirtschaft vorgeworfen. „An Chuzpe mangelt es der Ministerin nicht“, schreibt „Der Spiegel“.

    Zuletzt hatte die Ministerin zugegeben, die Kontrolle über die Vergabepraxis in ihrem Ministerium zeitweise verloren zu haben. Laut dem Rechnungshof hat das Ministerium in den Jahren 2015 und 2016 mindestens 200 Millionen Euro für externe Berater ausgegeben. 

    Das Geld soll laut dem „Spiegel“-Bericht über den Etat der bundeseigenen BWI GmbH fließen, die IT-Dienstleistungen für die Bundeswehr erbringt. Nun will von der Leyen das BWI-Budget für die kommenden Jahre um 570 Millionen Euro auf 6,516 Milliarden Euro anheben. 

    Die BWI sorgte auch zuvor für Schlagzeilen. Im Frühjahr berichteten deutsche Medien, dass das Unternehmen Millionen für externe Berater auf fragwürdige Weise ausgegeben hatte. „Ähnlich wie im Ministerium wurde bei Vergaben getrickst, weil man bestimmte Beraterfirmen mit im Boot haben wollte“, hieß es im Beitrag. 

    Zu der Sondersitzung am heutigen Mittwoch hat der Verteidigungsausschuss auch die ehemalige Staatssekretärin Katrin Suder eingeladen, damit sie sich zu ihrer Rolle in der Berateraffäre äußert. Doch Suder, die zuvor in der Unternehmensberatung McKinsey tätig war und dann ins Verteidigungsministerium gewechselt hat, kommt nicht zu der Sitzung. Sie wird alle Fragen schriftlich beantworten, so die Zeitung. 

    Damit wird ein Untersuchungsausschuss immer wahrscheinlicher. Denn nur ein solches Gremium könnte Suder vorladen.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Untersuchung, Vetternwirtschaft, Verschwendung, Berater, Millionen, Affäre, BWI, Verteidigungsministerium, Ursula von der Leyen, Deutschland