10:48 16 Juni 2019
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    Der Chefredakteur der Nachrichtenagentur RIA Novosti Ukraine Kirill Wyschinski (Archivbild)

    Russischen Journalisten „vergessen“? Internetuser korrigiert Versäumnis von „Time“

    © Sputnik / Wladimir Trefilow
    Politik
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    Das US-amerikanische „Time Magazine“ hat in diesem Jahr mutige Journalisten gewürdigt. Ein russischer Internetbenutzer hat jedoch darauf hingewiesen, dass unter den von „Time“ genannten Journalisten einer fehlt, der ebenso wegen seiner Ansichten verfolgt wurde: der in Kiew festgenommene Chef von RIA Novosti Ukraine, Kirill Wyschinski.

    In einem auf der Internetseite des Magazins veröffentlichten Artikel zählte der Chefredakteur, Edward Felsenthal, den ermordeten oppositionellen saudischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi (Jamal Khashoggi), die Chefin der philippinischen regierungskritischen Nachrichtenseite „Rappler“, Maria Ressa, die in Myanmar inhaftierten Reporter der Nachrichtenagentur Reuters Kyaw Soe Oo und Wa Lone sowie die Redaktion der Zeitung „The Capital Gazette“ in Annapolis im US-Bundesstaat Maryland, fünf deren Mitarbeiter im Juni von einem Attentäter erschossen wurden, zu den „Personen des Jahres“.

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    Das Magazin publizierte außerdem vier Titelbilder mit Fotos von Chaschukdschi, Maria Ressa, den Frauen von Kyaw Soe Oo und Wa Lone mit Fotos ihrer Männer und den Mitarbeitern der „The Capital Gazette“.  

    Der Chef für Öffentlichkeitsarbeit der Nachrichtenagentur „Rossiya Segodnya“, Pjotr Lidow, veröffentlichte am Mittwoch auf Facebook eine Fotokollage, die dem Stil des „Time“-Covers angepasst wurde. Sie zeigt ein Foto von Kirill Wyschinski und trägt die Aufschrift „Person of the Year: Time, you’ve missed“ (dt. „Person des Jahres: Time, du hast ihn vergessen“).

    „Ein Leser des (Facebook-Kanals – Anm. d. Red.) #PWS hat ein fehlendes Bild geschickt. Die Unterschrift heißt ‚Extra TIME‘. Danke. Das ist richtig und gerecht“, so Lidow.

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    Kirill Wyschinski befindet sich schon mehr als 150 Tage in einem ukrainischen Gefängnis. Der ukrainische Geheimdienst SBU hatte Wyschinski am 15. Mai vor seiner Wohnung in Kiew festgenommen und noch in der Nacht nach Cherson gebracht. Dem Journalisten werden Landesverrat und Unterstützung für die selbsterklärten Republiken der Donbass-Region zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

    Am 1. November hatte ein Gericht in Cherson die Haftfrist für Wyschinski verlängert. Der Journalist wird bis zum 28. Dezember in Haft bleiben.

    Der Kreml hat die Handlungen der Ukraine entschieden verurteilt und Antwortmaßnahmen versprochen. Moskau richtete eine Protestnote mit der Forderung an Kiew, die Gewalt gegen Medienvertreter einzustellen.

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