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22:40 17 August 2019
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    Das russische Küstenschutzschiff Ladny in Sewastopol

    Kurz vor Krim-Votum: Hacker entlarven britische Vorschläge, Sewastopol zu verminen

    © Sputnik / Ramil Sitdikow
    Politik
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    Die Hacker-Gruppe Anonymous hat am Freitag neue Dokumente im Zusammenhang mit der Tätigkeit des britischen antirussischen Projekts „Integrity Initiative“ veröffentlicht. Die geleakten Informationen offenbaren brisante Vorschläge, die kurz vor dem Krim-Referendum den britischen Behörden vorgelegt worden sein sollen.

    Laut den veröffentlichten Papieren wird die „Integrative Initiative“ vom britischen Institute for Statecraft finanziert, dessen Direktor Christopher Donnelly sein soll – ein Berater des Verteidigungskomitees im House of Commons (britisches Parlamentsunterhaus).

    Aus den von „Anonymous“ gehackten Dokumenten geht hervor, dass Donnelly wenige Tage vor dem Referendum auf der Halbinsel Krim den britischen Behörden eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet hatte. Einer davon lautete, im Hafen von Sewastopol Minen zu legen.

    In dem Schreiben übt Donnelly Kritik an der ukrainischen Regierung: Die Verantwortlichen in Kiew seien unfähig, in Begriffen der „militärischen Realität“ zu denken. „Sie begreifen nicht, was militärische Macht ist und was sie machen und nicht machen kann.“ Die Kiewer Führung sei sich nicht sicher, ob das ukrainische Militär ihre Befehle befolgen würde.

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    „Wenn ich das Sagen hätte, würde ich Folgendes so bald wie möglich umsetzen“, heißt es in dem Dokument. Ferner listet Donnelly seine Vorschläge auf. 

    Die Hackergruppe Anonymous veröffentlichte Dokumente des antirussischen britischen Projekts Integrity Initiative
    Die Hackergruppe "Anonymous" veröffentlichte Dokumente des antirussischen britischen Projekts "Integrity Initiative"

    „Einen Cordon sanitaire entlang des Krim-Isthmus und an der Nordküste der Krim mit Truppen und Minen aufstellen. Den Hafen/die Bucht von Sewastopol verminen. Kann leicht mit einer Autofähre gemacht werden, wenn sie keine Minenleger haben. Es braucht nicht viele Minen, um effektiv zu sein. Sie könnten leicht einige Minen kaufen.“

    Als Nächstes müsste laut dem Briten die ukrainische Luftwaffe ihre Flugzeuge in die Luft schicken und die gesamte Luftabwehr aktivieren:

    „Wenn sie die MiGs auf dem Flugplatz auf der Krim nicht fliegen können, sollten diese dann zerstört werden – als Zeichen, dass sie es sehr ernst meinen.“

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    Donnelly erinnert laut dem Dokument daran, dass die Ukraine früher „ernsthaft wichtige Waffen“ besessen habe wie die „große Anti-Satelliten-Mikrowellen-Waffe“. „Wenn sie sie immer noch haben, sollten sie sie einsetzen.“

    Am 16. März 2014 hatte auf der Krim eine Volksabstimmung stattgefunden. 97 Prozent der Wahlbeteiligten stimmten für die Wiedervereinigung mit Russland. Ausländische Beobachter hatten das Referendum verfolgt.

    Die Ukraine sowie westliche Staaten erkannten den Beitritt der Halbsinsel zu Russland nicht an und bezeichneten dies als „Annexion“. Daraufhin wurden Wirtschaftssanktionen gegen Moskau beschlossen, die seitdem jährlich verlängert werden. Russland weist seinerseits darauf hin, dass das Referendum in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht verlaufen sei.

    Im Februar 2014 wurde der damalige ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch infolge von heftigen Protesten abgesetzt. Russland bewertet diese Ereignisse als vom Westen finanzierten illegalen Staatsstreich.

    Im vergangenen November hatte die Hackergruppe Anonymous behauptet, Unterlagen in ihren Besitz gebracht zu haben, die das Geheimnis über die Aktivitäten einer in London ansässigen Nichtregierungsorganisation lüften. Das Projekt unter dem Namen „Integrity Initiaive“ werde von London zur Einmischung in die inneren Angelegenheiten europäischer Länder missbraucht.

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    Tags:
    Referendum, Pläne, Minen, Hafen, Hackergruppe Anonymous, Sewastopol, Krim, Ukraine, Russland, Großbritannien