01:48 26 April 2019
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    System der Rüstungskontrolle bricht weltweit zusammen – Putin

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    Politik
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    Putins Jahrespressekonferenz 2018 (8)
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    Heutzutage bricht in der ganzen Welt das System der Rüstungskontrolle zusammen. Dies erklärte der russische Präsident Wladimir Putin bei seiner jährlichen Pressekonferenz am Donnerstag.

    „In der Tat sehen wir jetzt, wie das internationale System der Rüstungskontrolle zusammenbricht und die Kontrolle über das Wettrüsten verloren geht“, betonte Putin.

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    Russland habe mit seinen neuen Waffen Vorteile erhalten, woraus jedoch nicht mehr als die Aufrechterhaltung der Parität resultiere:

    „Nach dem US-Rückzug aus dem ABM-Vertrag, welcher der Grundstein für die Nichtverbreitung von Kernwaffen und der Abschreckung des Wettrüstens war, mussten wir mit der Schaffung neuer Waffensysteme reagieren, die diese Raketenabwehrsysteme übertreffen“, sagte Putin.

    „Jetzt hören wir, dass Russland einen Vorteil erlangt hat. Ja, das ist wahr. Es gibt keine solchen Waffensysteme in der Welt. Die führenden Mächte werden sie haben, aber noch nicht jetzt. In diesem Sinne gibt es gewisse Vorteile. Für das strategische Gleichgewicht sind sie ein Element für die Zurückhaltung und den Ausgleich von Paritäten.“

    Putin äußerte sich auch zu dem Plan der Vereinigten Staaten, den INF-Vertrag zu beenden. Diesbezüglich fügte er hinzu, dass es „schwer vorstellbar“ sei, „wie sich die Situation entwickeln“ würde.

    „Was ist, wenn diese Raketen in Europa auftauchen? Was sollen wir tun? Natürlich müssen wir unsere Sicherheit auf irgendeine Weise gewährleisten. Sie sollen danach nicht wimmern, weil wir einige Vorteile erzielen. Wir arbeiten nicht daran, einen Vorteil zu erzielen, sondern an der Bewahrung des Gleichgewichts“, bemerkte Putin.

    Ferner betonte der russische Präsident, dass die Schwelle für den Einsatz von Atomwaffen heute niedriger sei und dies bedeute, dass ihr Einsatz für taktische Zwecke zu einer globalen Katastrophe führen könne.

    „Es besteht die Tendenz, die Schwelle zu senken, ab wann Atomwaffen eingesetzt werden. Es gibt die Idee, Atomladungen mit niedrigem Stromverbrauch zu erzeugen. Dies ist keine globale, sondern eine taktische Anwendung“.

    Der Einsatz von nicht-nuklearen ballistischen Raketen sei gefährlich, da die Kontrollsysteme nicht bestimmen könnten, ob die Rakete eine Nuklearladung trage, so Putin.

    „Die amerikanischen Partner scheinen auf die Verwendung von nicht-nuklearen ballistischen Raketen verzichtet zu haben. Die Idee selbst existiert jedoch. Was bedeutet das? Die ballistische Rakete startet – ist es eine nukleare oder nicht? Das Raketenabwehrwarnsystem zeichnet den Start und die Startposition auf. Es ermittelt nach wenigen Sekunden den Flugweg und mögliche Bereiche der herabfallenden Kopfstücke. Jedoch können sich hier sehr schnell Fehler einschleichen… Daher ist das sehr gefährlich“, führte der russische Staatschef im Rahmen der jährlichen Pressekonferenz in Moskau weiter aus.

    Die Tendenz, die Bedrohung eines Atomkrieges in der Welt zu unterschätzen, nehme zu, so Putin. Er äußerte die Hoffnung, dass die Menschheit genug Selbstschutz habe, um eine nukleare Katastrophe zu verhindern.

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    Themen:
    Putins Jahrespressekonferenz 2018 (8)
    Tags:
    Gleichgewicht, Rüstungskontrolle, Pressekonferenz, INF-Vertrag, Wladimir Putin, Moskau