05:59 19 November 2019
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    „Fake-News“-Skandal bei „Spiegel“: USA sehen sich als Opfer gefälschter Berichte

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    Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat Vorwürfe wegen einer antiamerikanischen Voreingenommenheit gegen das Magazin „Der Spiegel“ erhoben. Das Blatt hat in einem offenen Brief auf die Kritik reagiert.

    In einem Schreiben vom 21. Dezember an den „Spiegel“, das die Online-Ausgabe der Zeitung anführt, bezieht sich der Botschafter auf den Fall des Reporters von „Der Spiegel“ Claas Relotius. Dieser hatte zuvor gestanden, in großem Umfang eigene Geschichten erfunden und manipuliert zu haben.

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    Die jüngsten Enthüllungen „bereiten der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika große Sorgen“, so Grenell. 

    „Diese fehlerhafte Berichterstattung bezog sich zu einem großen Teil auf US-Politik und bestimmte Teile der amerikanischen Bevölkerung. Es ist eindeutig, dass wir Opfer einer Kampagne institutioneller Voreingenommenheit wurden“.

    Die „anti-amerikanische Berichterstattung“ des Blattes habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Seitdem der US-Präsident, Donald Trump, im Amt sei, sei diese Tendenz „ins Uferlose“ gestiegen.

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    Der stellvertretende Chefredakteur von „Der Spiegel“, Dirk Kurbjuweit, entschuldigte sich in einem Antwortschreiben an Grenell. Den Vorwurf des Antiamerikanismus wies er aber zurück.

    „Wenn wir den amerikanischen Präsidenten kritisieren, ist das nicht Anti-Amerikanismus, sondern Kritik an der Politik des Mannes im Weißen Haus“, so Kurbjuweit.

    Anti-Amerikanismus sei ihm „zutiefst fremd“: „Mir ist absolut bewusst, was Deutschland den USA zu verdanken hat: sehr viel“. Es gebe bei der Zeitung „keine institutionelle Voreingenommenheit gegenüber den USA“.

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    Am Mittwoch machte das Hamburger Magazin „Der Spiegel“ in einem eigenen Beitrag öffentlich, dass der ehemalige „Fake-News“-Reporter Claas Relotius Geschichten erfunden, gefälscht und frisiert habe. Die Fälschungen sollen durch einen anderen Mitarbeiter aufgedeckt worden sein, der mit Relotius gemeinsam eine Geschichte recherchierte und Ungereimtheiten bemerkte.

    Der Journalist verließ das Hamburger Medienhaus und gab seine „Story-Fälschungen“ zu. Der Verlag kündigte an, seine Kontrollmechanismen zu überprüfen.

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