22:08 23 April 2019
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    Donald Trump und Reccep Tayyip Erdogan (r.) beim Nato-Gipfel in Brüssel (Archivbild)

    US-Zeitung: Telefonat Trump-Erdogan verursacht Katastrophe

    © Sputnik / Alexej Witwizki
    Politik
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    Ein Telefongespräch zwischen den Präsidenten der USA und der Türkei, Donald Trump und Recep Tayyip Erdogan, in dem sie den Abzug der amerikanischen Truppen aus Syrien besprochen haben, hat laut der US-amerikanischen Zeitung „The Washington Post“ „katastrophale“ Ereignisse verursacht.

    Demnach soll Erdogan während des am 14. Dezember stattgefundenen Telefonats erneut gefragt haben, warum die USA weiterhin die syrischen Kurden mit Waffen beliefern und sie unterstützen würden, obwohl Trump selbst zuvor den Sieg über die Terroristen verkündet habe.
     
    „Wissen Sie was? Es (Syrien) gehört Ihnen. Ich gehe“, soll Trump daraufhin gesagt haben.

    Dieses Telefonat löste der Zeitung zufolge „Ereignisse aus, die selbst nach Washingtons Wirbelwind Standards in den Trump-Jahren katastrophal waren“. So habe gerade nach diesem Gespräch der US-Verteidigungsminister James Mattis seinen Rücktritt angekündigt. Dabei habe ihm der Präsident selbst zuvor mehrere Monate Zeit gewährt, um eine Entscheidung zu Syrien vorzubereiten.

    Die Entscheidung, die US-Truppen aus der Arabischen Republik abzuziehen, ist laut „The Washington Post“ auf eine widersprüchliche Reaktion gestoßen. Ein kleinerer Teil der Politiker habe geäußert, damit habe Trump sein Versprechen gehalten. Jedoch hätten es die meisten Kongress-Mitglieder als eine echte „Katastrophe“ und eine „Kapitulation vor den beiden Mächten auf syrischem Boden — Russland und Iran – empfunden“.

    Der Zeitung zufolge versuchten Mattis und andere Berater, Trump umzustimmen und ihn dazu zu bewegen, auf den Abzug der Truppen aus Syrien zu verzichten. Jedoch habe der Präsident erklärt, die Präsenz dort koste ein „ganzes Vermögen“. Dabei habe er gefragt, warum dies notwendig sei und was die Vereinigten Staaten davon hätten.

    James Mattis soll 45 Minuten lang mit Trump gesprochen haben, und sie hätten ihre unterschiedlichen Ansichten über die Welt und den Umgang mit Verbündeten und Partnern besprochen. Der Pentagon-Chef habe gesagt, Trump verdiene einen Verteidigungsminister, dessen Ansichten seinen eigenen näher wären. Nach ihrem Gespräch hätten sie sich gegenseitig bedankt und dann sei es vorbei gewesen.

     >> Weitere Sputnik-Artikel:  USA erwägen kompletten Abzug ihrer Truppen aus Syrien

    Der TV-Sender CBS hatte zuvor unter Berufung auf seine Quellen mitgeteilt, dass der US-Sondergesandte in der Koalition zur *IS-Bekämpfung, Brett McGurk, ebenfalls sein Amt abgeben wolle, weil er nicht mit dem Abzug der US-Truppen aus Syrien einverstanden sei.

    Donald Trump hatte zuvor den Sieg in Syrien über den IS verkündet und dabei geäußert, dass der Kampf gegen den Islamischen Staat der einzige Grund für die Präsenz des amerikanischen Militärs in der Syrien gewesen sei. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, hatte erläutert, die USA würden mit dem Truppenabzug aus Syrien beginnen, jedoch würde das keinen Stopp der Aktivitäten der US-geführten Koalition im Kampf gegen den IS bedeuten.

    *Der Islamische Staat – eine in Russland verbotene terroristische Organisation.

    >> Weitere Sputnik-Artikel: Nach US-Rückzug: Israel wappnet sich für großen Krieg in Syrien

     

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    Tags:
    Islamischer Staat, US-Kongress, Donald Trump, Recep Tayyip Erdogan, Syrien, USA